News-Archiv April 2002

29. April 2002

Das Wunder Teil 2: Chessbase.de meldet heute, dass der SK König Plauen doch nicht den Gang in die 2. Liga antreten muss! Wie schon nach dem ersten Bundesliga-Jahr wird die Mannschaft aus dem Vogtland nun durch eine Entscheidung am grünen Tisch gerettet. Denn das Team aus Castrop-Rauxel zieht sich aus der Bundesliga zurück. Schon während der Saison gab es Gerüchte über Rückzüge diverser Vereine. Beispielsweise musste besonders der Tabellendritte aus Solingen oft ohne seine Topleute auskommen - nicht gerade ein Indiz für eine solide Finanzlage. Auch Godesberg hat angekündigt, im kommenden Jahr mit einer Amateurmannschaft zu spielen. In den hohen Kreisen des DSB ist man längst gefordert, die Bundesliga populärer zu machen, im Gegenfalle wird der Verbleib in Deutschlands höchster Schachliga für fast alle Teams zum Roulettespiel!
Von den Aufsteigern aus den 2. Ligen ist besonders der Südmeister SC Baden-Oos als sehr stark einzuschätzen. Er schmückt sich mit Namen wie Svidler, Lautier, Hübner, Krasenkow, usw. Die anderen Aufsteiger SC Kreuzberg (N), Turm Emsdetten (W) und SC Forchheim (O) sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Eine ausführlichere Einschätzung der Situation demnächst von Gunter Sandner.

Unsere beiden polnischen Freunde und Bundesligaspieler GM Tomasz Markowski und GM Jacek Gdanski nehmen derzeit an den Polnischen Meisterschaften Teil. Das Auftaktspiel des 13-rundigen Turniers der X. Kategorie konnte Tomasz gewinnen, Jacek erreichte ein Remis. Die Meisterschaft dauert noch bis zum 12. Mai. Auf der Turnierseite (polnisch/englisch) werden u.a. übersichtliche Live-Übertragungen angeboten. Am Freitag kommt es zum Showdown der beiden Wahl-Plauener.

28. April 2002

Für das Plauener Schach fängt ab heute eine neue Ära an. Nach drei Jahren Zugehörigkeit zur stärksten Liga der Welt wird nun nach den Jahren eines unbeschreiblichen Aufstiegs von der Sachsenliga in die 1. Bundesliga zum ersten Mal ein Schritt in die andere Richtung gemacht. Das einzig Ärgerliche daran ist, dass man es selbst in der Hand hatte, am letzten Spieltag noch aus dem Abstiegssumpf herauszuklettern. Doch nach dem Erfolg vom Vortag reichte es gegen den Tabellenletzten vom SC Königsspringer Hamburg ebenfalls nur zu einem 4:4. Wattenscheid rettete sich durch eine Heiligenhauser Demontage, während Erfurt den Pflichtsieg gegen KS Hamburg schon am Samstag einfuhr.
2,5 Brettpunkte fehlen den Königen nun zum Klassenerhalt. Dabei hatten Alexander Beliavsky und Teamchef Gunter Sandner mit ihren Siegen schon den Grundstein zum Erfolg gelegt. Die Unglücksraben des Wochenendes sind Lutz Espig und Michael Kuraszkiewicz, die beide ohne Punktgewinn blieben.

Wie es nun weitergeht, ist schwer zu sagen. Drastische personelle Konsequenzen werden genauso wenig ausbleiben wie eine Neudefinition der künftigen Ziele. Zwar wird bei Chess-International schon wieder von Verzichten anderer Mannschaften gemunkelt und schon im ersten BL-Jahr wurde unser Team am grünen Tisch gerettet, aber die Geschichte wiederholt sich bekanntlich nicht. Warten wir am besten den Bericht von Gunter Sandner ab.

Hier noch einmal die Bundesliga-Saison im Überblick mit allen Einzel- und Mannschaftsergebnissen, sowie ein Porträt der Mannschaft, die sich trotz des Abstiegs gut verkauft hat und in den drei Jahren viel Werbung für das Schach in und um Plauen gemacht hat!

27. April 2002

Hoffnung! In einem mit Sicherheit nervenzerfetzenden Match ist heute Abend unserer I. Mannschaft das gelungen, was kaum jemand noch für möglich gehalten hatte: Gegen die Mannschaft vom SV Werder Bremen gelang den Bundesliga-Spielern aus dem Vogtland ein enorm wichtiges 4:4-Unentschieden. Bischoff, Kindermann und Haskamp waren neben den Remisierenden Beliavsky und Gdanksi die Helden des Tages. Erfurt gewann gegen Schlusslicht KS Hamburg denkbar knapp mit 4½:3½, während Wattenscheid gegen eine stark unterbesetzte Solinger Mannschaft mit 3:5 unterlag. Für die Rettung ist morgen unbedingt ein Sieg von Nöten und selbst dann ist noch nichts sicher. Daumen drücken ist angesagt!

25. April 2002

Das anstehende Wochenende wird für die Cracks der Plauener Bundesligamannschaft zur Stunde der Wahrheit werden. Sollte gegen Werder Bremen nicht mindestens ein Punktgewinn gelingen, können eigentlich schon am gleichen Abend noch die Vorbereitungen für die 2. Bundesliga beginnen. Die Chancen, dass dem nicht so ist, schätzt aber selbst der sonst eher optimistische ML Gunter Sandner in seiner Vorschau auf Hamburg als unrealistisch klein ein. Quo vadis, SK König?

Für die restlichen Teams ist die Saison ist so gut wie vorbei. Auf den Mannschaften-Seiten und den Tabellen sind die Ergebnisse des vergangenen Spieljahres so gut wie vollständig.

Im Vereinscup hat sich nicht sonderlich viel getan. Andreas Götz, Dieter Kunz und Mario Tunger belegen weiterhin die ersten drei Plätze. Dazu die Blitzelo.

Und noch mehr Statistik: Die DWZ-Auswertung der 5. VSC-Meisterschaft ist nun auch online nachlesbar.

23. April 2002

GM Klaus Bischoff ist Sieger des 3. SAP Rapid-Open. Das meldet Schach.com. Demnach setzte er sich nach 11 Runden unter den 184 Teilnehmern durch, davon 9 GMs und 15 IMs. Auf den Plätzen 2 bis 4 folgen FM Vuckovic, GM Fridman und Rainer Buhmann. Ausführlichste Berichte, Tabellenstände und Fotos finden Sie auf der vorbildlichen Seite von Thilo Gubler (ML SC Baden-Oos) unter www.zeitnot.de.

17. April 2002

Der heutige Artikel in unserer Rubrik "Schach in der Diskussion" befasst sich ausführlich mit einem vor wenigen Jahren erschienen und vielversprechenden Buch zur Psychologie des Schachs, das im deutschen Raum bislang keine Beachtung fand. Es handelt sich um "Schachpsychologie. Kognitive, imaginative und affektive Aspekte des Spiels" zweier italienischer Psychologieprofessoren. Jörg Seidel prüft das Buch auf Herz und Nieren und gelangt zu einem widersprüchlichen Urteil. Darüber hinaus nimmt er das Buch zum Anlass über schachpsychologische Belange im Allgemeinen nachzudenken und versucht aufzuzeigen, was es da noch zu leisten gilt.

15. April 2002

Gunter Sandner stellt in seiner Nachbetrachtung zum Erfurt Bundesliga-Wochenende erstmals die entscheidende Frage, die doch keiner hören will, dessen Antwort jedoch erschreckend nahe liegt: "Geht die Bundesligaära für den Schachklub König Plauen zu Ende?" Dieser Frage muss man sich dennoch stellen, auch wenn es weh tut. Am 27. und 28. April haben die Plauener Recken das letzte Mal die Chance, die Abstiegsränge zu verlassen. Und bevor noch nicht eindeutig klar ist, ob nun Wattenscheid, Erfurt oder eben Plauen der vierte Absteiger ist, hat es auch keinen Sinn, über die eventuelle Zukunft zu munkeln.

14. April 2002

Von der Bundesliga aus Erfurt kommt die positive Meldung des Tages, die eigentlich schon gar keine mehr ist. Denn Insider wissen Bescheid, dass man beim heutigen 6:2-Sieg gegen die SG Heiligenhaus wieder einen Brettpunkt auf das rettende Ufer, sprich Erfurt, verloren hat. Nur eine Überraschung gegen die Mannschaft vom SV Werder Bremen in zwei Wochen kann den Plauenern noch die Klasse erhalten. Doch ohne die Gunst von Fortuna und Caïssa stehen die Chancen alles andere als gut.
Den Service, alle in Erfurt gespielten Partien zum Download (CBV / 6 kB) anbieten zu können, verdanken wir Mannschaftsleiter Gunter Sandner.

Am letzten Punktspieltag der laufenden Saison waren auch die Mannschaften II bis V ganz oder zumindest teilweise erfolgreich. Mit einem deutlichen 6:2 gegen Wilkau-Haßlau kann sich Team II insgeheim nun doch noch Hoffnungen um den Aufstieg in die Oberliga machen (wenn man sich in der Gerüchteküche mal nicht verkocht hat ...).
Die III. Mannschaft beendete die Saison friedlich mit einem 4:4 gegen Cranzahl. Das Team um Jochen Franz konnte gegen den Tabellenvorletzten aus Bernsbach einen zufriedenstellenden 4½:3½-Sieg einfahren (Bericht von Steffen Bork) und selbst die Fünfte schaffte trotz personeller Defizite ein beachtliches 5:3 gegen die II. Mannschaft vom SV Treuen.

Beinahe untergegangen wären die Ergebnisse der Plauener Spieler bei der Sachseneinzelmeisterschaft 2002, die wie gewohnt im Waldpark Grünheide stattfand. GM Lutz Espig aus dem Plauener Bundesliga-Team konnte seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen, belegte aber immerhin den Vizerang hinter FM Thomas Schunk. Enttäuschend ist ganz klar das Ergebnis von FM Roland Pfretzschner: Vor Jahresfrist noch Vierter, heuer mit 4½ aus 9 nur ein Platz im gesicherten Mittelfeld. Andreas Götz kam mit ebenfalls 50% auf Rang 28 ein (gegenüber Rang 13 in 2001). Mario Tunger führt mit guter Wertung die Gruppe der "4-Punkter" an (Platz 33). Mit 3½ Punkten (41.) lag Tobias Franz immerhin weit im DWZ-Plus. (Quelle: SVS-Homepage)

13. April 2002

Der Ofen mit dem wärmenden Feuer der 1. Schach-Bundesliga geht für die Männer vom SK König Plauen langsam aus. Am heutigen Samstag unterlag man der Solinger SG mit 3:5, während die direkten Konkurrenten Wattenscheid (4:4 gg. HSK) und Erfurt (7:1 gg. Heiligenhaus) punkten konnten. Ein Sieg morgen ist Pflicht, um die Entscheidung um den Abstieg wenigstens auf das letzte Wochenende zu verschieben.

11. April 2002

Für die Bundesliga-Mannschaft des SK König Plauen geht es in den verbleibenden zwei Wochenenden um die Wurst. Neben einem Pflichtsieg gegen Heiligenhaus müssen die Vogtländer gegenüber Erfurt und Wattenscheid noch anderswo Boden gutmachen, um dem Abstieg noch zu entgehen. Gunter Sandner wiegt wie gewohnt die Chancen seines Teams ab und kommt zu dem Schluss, dass Solingen wohl wieder eine Nummer zu groß ist, gegen Heiligenhaus aber unbedingt gepunktet werden muss. Alles andere entzieht sich (leider!) dem Einfluss unseres Oktetts.

8. April 2002

Vom 2. bis 7.4. fanden vergangene Woche in Sebnitz die Sachseneinzelmeisterschaften der Altersklassen U8 bis U16 statt. Genau wie zur SEM 2001 konnten die Talente des SK König Plauen drei Medaillen aus dem deutsch-tschechischen Grenzstädtchen entführen: Nur aufgrund der schlechteren Wertung wurde Lion Pfeufer mit 5½ Punkten in der AK U16 Zweiter. Ulrike Schimmel sorgte in der U14w für eine Bronzemedaille (5 Punkte). Gewohnt stark agierten auch die Reh-Schwestern in der AK U12w, von denen diesmal Theresa die Nase vorn behielt und ebenfalls durch Wertung mit 5 aus 7 leider nur Zweite wurde. Rebecca Reh wurde mit einem halben Zähler weniger Fünfte. Sandra Meyer erreichte als dritte Starterin mit 2½ Punkten den 12. Platz. Im Mittelfeld der Altersklasse U10m landeten unsere beiden Qualifikanten Robin Kamrla (7./4 Pkt.) und Stephan Meyer (11./3 Pkt.). Isabell Zander kam in der AK U10w auf den 12. Platz.

Jörg Seidel ist mit seiner Kolumne hauptsächliche Ursache für neue Zugriffsrekorde auf www.koenig-plauen.de. Am 2. und 3. April klickten sich laut Logfile 754 bzw. 630 Besucher auf das Online-Angebot des SK König Plauen. Allein Jörgs Beitrag über Garry Kasparovs Besuch bei Harald Schmidt wurde bis gestern Abend mehr als 2000-mal gelesen.

4. April 2002

Endlich gibt es wieder etwas vom Plauener Schach zu berichten, denn gestern ging die 5. Offene Vereinsmeisterschaft des VSC Plauen zu Ende. Nach Aussagen des Turnierleiters Stefan Schulze eine unrühmliche letzte Runde, denn nur 5 Partien wurden wirklich am Brett entschieden.
Dementsprechend war auch der Kampf um die Podestplätze schnell zur Schieberei mutiert, denn die beiden mehr oder weniger kampflosen Remisen zwischen Bandt-Engelhardt und Pfeufer-Hörr,C änderten am Tabellenstand nichts mehr. Ein souverän aufspielender, wenn auch etwas glücklicher Sieger ist damit Jochen Bandt vom SK König Plauen. Seine Schützlinge Etienne Engelhardt, Lion Pfeufer und Christian Hörr wurden durch die guten Leistungen während des Turniers mit den Folgeplätzen belohnt. Erst auf Rang 5 folgt der erste VSC-Spieler, Stefan Merkel, der damit Vereinsmeister 2002 ist. Ein Blick auf den Endstand belegt, dass die U20-Spieler des SK König ihre Drohung wahr machten und erneut vier Spieler unter den ersten Sechs platzieren konnten. Zum Turniersieg für einen Nachwuchsspieler reichte es dennoch nicht. Was sich im nächsten Jahr ändern wird, steht noch in den Sternen.

Christof Beyer zog es zurück in die Heimat, als er letzte Woche am XIX. Internationalen Äskulap-Turnier in Görlitz teilnahm. Mit 3½ aus 7 blieb er im Rahmen seiner Möglichkeiten und kam mit Rang 58 im gesicherten Mittelfeld unter. Von den 118 Teilnehmern hatte am Ende der tschechische IM Leonid Voloshin die Nase vorn.

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Copyright © 2001 by Christian Hörr. Aktualisiert am 13. Mai 2002.