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25. November 2003
Metachess:
Nicht immer muss Schachliteratur unerträgliche
Kost sein. Jörg Seidel bringt dafür mal wieder
ein angenehmes Gegenbeispiel: Schlicht "Grandmaster"
lautet ein Bestseller aus der New York Times von Warren
Murphy und Molly Cochran. Unser Kolumnist hält
es darüber hinaus für ein literarisches Meisterwerk.
Dabei bleibt er auffällig bedeckt, obwohl es doch
viel zu sagen gäbe, aber das Buch verschlägt
einem den Atem und man schreibt darüber entweder
eine lange Abhandlung oder kann es nur, wie hier geschehen,
anpreisen. Denn schließlich ersetzt keine noch
so euphorische Rezension die eigene Lektüre.
Den Meistertitel wird der SK König
Plauen in der Sachsenliga U20 vielleicht nicht verteidigen
können, wohl aber wenigstens hinter den starken
Dresdnern Platz 2 ansteuern. Am vergangenen Samstag
wurde dazu beim Chemnitzer SC Aufbau ein weiterer wichtiger
Schritt getan, als man die durchaus gleichwertigen Bezirksrivalen
deutlich mit 4½:1½ distanzierte. Matthias
Hörr berichtet.
23. November 2003
Und wieder ein rabenschwarzer Tag
für unsere Bundesligamannschaft!
Mit einem derben 0,5:7,5 erlitt der Achter aus Plauen
heute die höchste Niederlage in fünf Jahren
Bundesliga. Nur Stefan Kindermann konnte mit seinem
Remis gegen Alexei Shirov (2732) einerseits einen schönen
persönlichen Erfolg verbuchen und andererseits
das peinliche 0:8 verhindern. Das nämlich ist heute
St. Ingbert gegen den HSK passiert, wo unser Team ja
immerhin einen Punkt holte. Traurig aber am heutigen
Match ist, dass nur Gunter Sandner und Lutz Espig annähernd
eine Chance auf weitere Gnadenremisen hatten. Trotz
des sauberen 6:2 von gestern weht schon jetzt wieder
ein eisiger Wind im Tabellenkeller. Denn wenn man realistisch
bleibt, wird das nicht die letzte Plauener Demontage
für diese Saison gewesen sein. Die nächste
könnte bereits in drei Wochen beim Bundesligawochenende
daheim gegen die SG Porz erfolgen.
4:4 hieß es heute für
Team II gegen den Dresdner
SC III. Nach dem Ausflug in die Oberliga findet sich
unsere Reserve nun im Mittelfeld der Sachsenliga wieder.
Für die Dritte
lief es nicht besonders gut. Gegen die klar favorisierten
Gäste aus Dresden-Leuben unterlag man ärgerlich
und überdeutlich mit 2½:5½, weil
Mario Tunger in gewonnener Stellung die Dame einstellte
und Nico Leonhardt vor der Zeitkontrolle mit Mehrbauer
nicht mehr als eine Zugwiederholung fand. Nicht auszudenken,
wenn man gegen die Ex-Oberligaspieler tatsächlich
gepunktet hätte! Christian
Hörr berichtet vom spannenden Kampf in der
1. Landesklasse.
Bei Planitz I gegen SK
König IV schob man sich gegenseitig die kampflosen
Punkte zu. Steffen Bork, Rebecca Reh, Michael Buschmann
und Jochen Franz punkteten aber regulär zum wichtigen
5:3. Kurzbericht
von Steffen Bork.
Die VI. Mannschaft
schrammte diesmal leider an Zählbarem vorbei. Mit
3:5 verlor das Nachwuchsoktett gegen die Dritte aus
Markneukirchen. Robin Kamrla und Emanuel Barth gelangen
dabei sehenswerte Siege.
In der Bezirksliga
U20 gab es gestern ein paar kleine Überraschungen.
Die Nobodies aus Plauen knöpften den Mannschaften
von USG Chemnitz II und Eiche Reichenbrand jeweils 1½
Punkte ab. Lars Hernla konnte dabei am 1. Brett immerhin
einen Sieg und ein Remis (gegen den U20-Bezirksmeister
Roland Schreiner) einfahren. Dennoch klebt die Mannschaft
mit 0 Punkten am Tabellenende, ist aber in der untersten
Liga unabsteigbar.
22. November 2003
Wow, ist so eine Live-Übertragung
spannend! Wer sich heute als echter Fan geoutet hat,
dem wird in der Stunde vor der Zeitnotphase mehrmals
das Herz stehen geblieben sein. Ex-Weltmeister Anand
hatte für Baden-Oos längst nach 16 Zügen
remisiert, da ging es für Plauen und Stuttgart
um alles. Gegen die Amateurmannschaft aus der baden-württembergischen
Landeshauptstadt mussten für das Traumziel Klassenerhalt
unbedingt zwei Punkte her. Dass es geklappt hat und
wie es geklappt hat und wie schön es geklappt hat,
fasst Christian Hörr in seinem Bericht
über den Nachmittag zusammen.
Die I.
U20-Mannschaft hat heute einmal mehr ihre Klasse
unter Beweis gestellt. Gegen die nicht zu unterschätzenden
Bezirksrivalen von Aufbau Chemnitz kam das Team wie
im vergangenen Jahr zu einem deutlichen 4½:1½-Erfolg,
der umso höher einzuschätzen ist, da mit Etienne
Engelhardt ein starker Stammspieler fehlte und auf Seiten
der Chemnitzer mit Anne Czäczine (zuletzt erfolgreiche
WM-Teilnehmerin) und Frank Herrmann zwei Spieler am
Start waren, die dem SK König unlängst in
der Sachsenliga der Männer ziemlich zugesetzt hatten.
Den letzten Schliff für die Deutsche Vereinsmeisterschaft
Ende Dezember will sich die Truppe dann in drei Wochen
beim Heimspiel gegen Leipzig-Gohlis holen.
U20-Trainer Andreas Götz lässt
beim Vereinscup weiterhin nichts anbrennen. Aus 17 Runden
holte er gestern 16 Punkte und ließ Jochen Bandt
und Mario Tunger abermals hinter sich. Auf Platz 3 in
der Gesamtwertung
liegt jetzt der konstant spielende Steffen Bandt. In
der neuen Blitzeloliste
konnte sich Nachwuchssteppke Stephan Meyer auf 1528
steigern.
20. November 2003
Thilo Gubler vom SC Baden-Oos ist
ein Mann der Taten. Der Mannschaftsleiter hat mit der
Grenke Leasing AG im Rücken ein schlagkräftiges
Team in die Bundesliga gepusht und fordert nun die SG
Porz heraus. Der Weg zum Meistertitel führt aber
auch am SK König Plauen vorbei, und damit man weltweit
das Spektakel hautnah verfolgen kann, haben die Baden-Badener
Schachfreunde eine Live-Übertragung für das
kommende Bundesligawochenende angekündigt. Die
Paarungen am Samstag lauten: Baden-Oos vs. Tegernsee
und Stuttgart vs. Plauen. Am Sonntag dann macht hoffentlich
Vishy Anand erstmals Bekanntschaft mit Plauen, wenn
es heißt Baden-Oos vs. Plauen und Tegernsee vs.
Stuttgart. Schauen Sie vorbei auf www.rochade.de!
16. November 2003
Anlässlich Kasparovs überzeugendem
Sieg in der 3. Partie des Mensch-vs.-Machine-Wettkampfes
gegen Fritz X3D möchten wir einen älteren
Metachess-Artikel vom Oktober 2001 herauskramen. Jörg
Seidel analysierte damals "Warum
der Computer den Menschen nicht besiegen kann".
Ganz offensichtlich gibt es immer noch Mittel und Wege,
mit jahrelanger Erfahrung, enormem strategischen Verständnis
und ein bisschen Cleverness die geballte Rechenpower
niederzuringen.
Gestern und heute fanden die Plauener
Meisterschaften im Nachwuchsschach statt. In den Altersklasse
U8 bis U16 kämpften insgesamt nur 29 Kinder um
die begehrten Qualifikationsplätze zur Bezirkseinzelmeisterschaft.
Meistens hatten die Schützlinge vom SK König
Plauen die Nase vorn. Lediglich in der U14 und U16 schafften
es die VSC-Spieler, in die Phalanx der Könige einzudringen,
bei den jungen Damen dominierte die SG Waldkirchen.
Am spannendsten ging es in der U16 zu, wo die erst 12-jährige
Sandra Meyer mit 4 Punkten das Turnier dominierte. Martin
Müller und Conrad Karing wurden dahinter punkt-
und wertungsgleich Kreismeister in der Jungenkonkurrenz.
Turnierleiter Jochen Bandt schickt uns schon heute seinen
Abschlussbericht
zu.
Hier im Überblick die Kreismeister 2003, die Endstände
gibt es hier:
- U8: Julian Barth (SK König Plauen)
- U10m: Maxl Rosenkranz (SK König Plauen)
- U10w: Franziska Weichhold (SG Waldkirchen)
- U12m: Hashem Schweiger (SK König Plauen)
- U12w: Claudia Männel (SG Waldkirchen)
- U14m: Felix Zeuner (VSC Plauen)
- U14w: Jessica Schlegel (SK König Plauen)
- U16m: Martin Müller (SK König) / Conrad
Karing (VSC)
- U16w: Sandra Meyer (SK König Plauen)
Genauso spannend ging's am Freitag
beim Vereinscup-Blitz zu. Andreas "The Dominator"
Götz konnte diesmal nur durch Matthias Hörr
gebremst werden, kam aber dennoch ungefährdet zu
seinem vierten Sieg. Nachwuchsstar Lion Pfeufer stellte
mit dem 2. Platz seine Blitzqualitäten erneut unter
Beweis. Dahinter kamen mit Matthias Hörr und Jochen
Bandt zwei weitere erfahrene Blitzer ein. Dazu gibt
es den aktuellen
Stand und die Blitzelo
frisch aus dem Backofen.
13. November 2003
So, bevor am Wochenende die Talente
von Morgen um den Titel des Plauener Meisters kämpfen,
reichen wir noch schnell die wichtigsten Ergebnisse
der letzten Woche nach:
Zuerst ist es schön zu hören,
dass wenigstens die Mannschaften
V und VI zu Punktgewinnen kamen. Beiden Teams gelang
ein knapper 4½:3½-Sieg in der 2. Bezirksklasse.
In der Fünften waren die Matchwinner Guntram Schubert
(wahrscheinlich unter der Mithilfe von Defekthexe, Mückentötolin
und dem Minutendieb) und Stefanie Wiegandt. Uli Seyffert
kam zum ausschlaggebenden kampflosen Sieg an Brett 2.
Bei der Sechsten glänzten Mannschaftsvater Peter
Luban, Martin Müller und der zur Zeit in guter
Form spielende Hashem Schweiger.
Steffen Bandt reicht uns noch den
Bericht vom
Spiel der II. Mannschaft gegen Aufbau Chemnitz nach.
Am Dienstag wurde im Malzhaus die
7. Offene Meisterschaft
des VSC Plauen fortgesetzt. Unter den 38 Teilnehmern
aus 7 Vereinen blieben große Überraschungen
aus. Zumeist gewannen die favorisierten Spieler ihre
Partien, auch wenn dies teilweise bis zu 4 Stunden dauerte.
Unerwartet kam Christof Beyer (SK König Plauen),
der mit der besten Wertzahl an Rang 1 gesetzte Spieler
gegen Lutz Popp (VfB Adorf) nicht über ein Remis
hinaus. Auch Stefan Merkel (VSC Plauen) musste mit Remis
gegen Jens Schmidt (SV Bösenbrunn) zufrieden sein.
Nach 2 Siegen aus 2 Runden führen nun Siegfried
Kadner (VSC), Heinz Zöphel (Adorf) und Bernd Hiemer
(Waldkirchen). Die 3. Runde wird am 9.12. gespielt.
(Stefan Schulze)
Andreas Götz hat auch das vierte
Vereinscup-Turnier gewonnen. Zweiter wurde Christof
Beyer noch vor Peter Luban. Ebenfalls ungewöhnlich
stark: Elmer Pekrul (5.) und Guntram Schubert (6.).
Der Zwischenstand:
Götz (392) vor Tunger (268) und M. Hörr
(215). Dazu die neueste Blitzelo-Liste.
9. November 2003
Die heutige dritte Punktspielrunde
war keine gute für die Mannschaften vom SK König
Plauen. Durch den Aderlass in der Bundesliga und einige
Ausfälle fehlten in sämtlichen Teams wichtige
Spieler. Die II. Mannschaft
spielte zu Hause gegen Tabellenführer Aufbau Chemnitz
gar ohne sechs Stammspieler und kam dadurch klar mit
2½:5½ unter die Räder.
Team III ließ
beim Sachsenliga-Absteiger SVM Wilkau-Haßlau das
erste Brett frei und schlug sich dennoch achtbar mit
3:5 gegen die durchweg besser besetzten Randzwickauer,
auch dank des würdevollen Einstands von Michael
Buschmann. Etienne Engelhardt mit dem Bericht
vom Spiel.
Die Vierte musste zu
Hause gegen Waldkirchen ebenfalls das erste Brett unbesetzt
lassen. 2:6 lautete am Ende das deutliche Ergebnis in
der Bezirksliga.
Von den Teams V und VI
liegen noch keine Ergebnisse vor.
Am vergangenen Wochenende fand wieder
das für die Plauener inzwischen traditionelle Turnier
der Schachschule Erlangen statt. 15 Aktive des SK König,
darunter 13 Nachwuchsspieler fanden wieder den Weg nach
Franken. Christof Beyer, Lion Pfeufer, Daniel Butzke
und Peter Luban mischten immerhin in der erweiterten
Spitze mit. Drei der vier Jugendpreise gingen diesmal
mit zurück ins Vogtland. Doch fast wäre das
schöne Event wegen eines Eklats in den Hintergrund
gerate! Wortgewaltig weiß Christof Beyer
über die Schlägerei im Turniersaal, Verwarnungen
und einen Turnierausschluss zu berichten. Erlanger
Erpelreigen.
5. November 2003
Ein neuer Artikel von Jörg
Seidel in seiner Kolumne Metachess:
"Im Schatten
des Granatapfelbaums" ist der bekannteste Roman
des englischen Schriftstellers Tariq Ali, der von euphorischen
Kritikern gleich zu einem wesentlichen Beitrag der Völkerverständigung
ernannt wurde. In ihm wird ein historisch realisiertes
Utopia der multikulturellen Gesellschaft und dessen
blutiger Untergang beschrieben. Tatsächlich kennt
die europäische Geschichte kaum eine Epoche, die
so farbenfroh und kulturell überreich war, wie
die Zeit des iberischen Islamismus, dem wir auch das
moderne Schach verdanken. Folgerichtig spielt es in
Alis Buch eine tragende Rolle. Darüberhinaus bietet
das Buch genügend Zündstoff, um über
solch hochbrisante Fragen wie den Fundamentalismus,
das westliche Demokratieverständnis, Toleranz und
Terror nachzudenken. Unser Metachess-Autor kommt allerdings
zu dem Schluss, dass Tariq Ali weder politisch noch
künstlerisch auf der Höhe der Thematik steht
und wohl eher das Schwert bringt statt den Frieden.
Topaktuell dazu die folgenden drei Links:
http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel377/
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,272612,00.html
http://www.perlentaucher.de/buch/11605.html
Steffen
Bandt berichtet über die deutliche 1:7-Niederlage
der I. Mannschaft gegen Hamburg. Glaubt man den Worten
von Lutz Espig, dann war nach 3½ Stunden sogar
ein 4:4 möglich. Dass es letztlich doch noch ein
Debakel wurde, ist wahrscheinlich der größeren
Erfahrung der Hamburger Bundesliga-Cracks zuzuschreiben.
Da kann man nur hoffen, dass das Glück an entscheidenderen
Stellen auf unserer Seite ist.
Am 15. und 16. November finden in
der Karl-Marx-Schule die Plauener Meisterschaften der
Alterklassen U8 bis U16 statt. Jochen Bandt sendet uns
dazu die Ausschreibung
zu.
3. November 2003
Da die eigene Berichterstattung
diesmal stocken wird, verweisen wir für einen ausführlichen
Bericht samt Fotos vom verkorksten Bundesligastart in
Hamburg auf Schachbundesliga.de.
Christian Zickelbein hat die Auftaktpleite an der Elbe
schön zusammengefasst. Ganz offenbar war das Resultat
von 7:1 überdeutlich, zumal die stark eingeschätzten
Hamburger tags darauf mit 3½:4½ gegen
Reisepartner Tegernsee unterlagen. Weiter hilft das
unserem Verein aber nicht.
2. November 2003
Ohje, ohje, was wird das für
eine Saison! Mit einem hammerharten 1:7 unterlag die
I. Mannschaft
gestern beim Hamburger SK. Tomek Markowski und Lutz
Espig verhinderten durch ihre Remisen den absoluten
Super-GAU. Alle Einzelergebnisse gibt es beim Deutschen
Schachbund. Selbst bei dieser Demontage wollen wir
mit Optimismus nicht sparen: Die Aufsteiger haben auch
alle verloren.
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