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Willkommen zurück auf der
Erde
SK König Plauen
steht vor bedeutsamen Jahr
Nach fünf Jahren Bundesliga, viel
zu oft mit einer gehörigen Portion Prügel,
ist der SK König Plauen wieder in der Wirklichkeit
angekommen. Fast hatte man im Mai nach dem Abstieg und
der Hauptversammlung das Gefühl, aus einem schönen
Traum aufgewacht zu sein. Die I. Mannschaft kreuzte
mit Anand & Co. die Klingen, die U20 wurde Fünfter
in Deutschland, die U14-Mädchen holten sogar Bronze.
Mit Robin Kamrla hatte sich seit Matthias Hörr
endlich wieder ein Plauener Sachsenmeister für
die DEM qualifiziert. König Plauen auf dem Gipfel
des Machbaren.
Jetzt spielt der Verein wieder in der
2. Bundesliga das ist immer noch erweiterte Spitze
im schachverrückten Deutschland, aber irgendwie
auch Symbol eines Rückbaus, einer Atempause. Bevor
es weitergeht, sollte man sich in Plauen immer bewusst
machen, dass es sich hierbei ausdrücklich NICHT
um eine Niederlage, sondern einen absolut natürlichen
Vorgang handelt, der so könnte man meinen
vielleicht sogar ein oder zwei Jahre zu spät
kam. Gefragt ist nun gesunder Menschenverstand (der
hat den Verein erst so weit gebracht) statt Krisenmanagement
(weil es keine Krise gibt).
Stefan Kindermann und Ulrich Dirr verließen
uns, Viktor Gavrikov kam. Mit dem ehemaligen sowjetischen
Landesmeister hatte der Klub wieder einen dieser unerklärbaren
Glücksgriffe, denn einen in Plauen wohnhaften,
zum Nachwuchstraining bereiten Großmeister hat
es zu Bundesligazeiten nicht gegeben! Womöglich
wird der Verein davon mehr profitieren als von der Publicity
der letzten Jahre.
Zum besagten gesunden Menschenverstand
gehört zu allererst ein vernünftiger finanzieller
Konsolidierungskurs. Hier hat das Schiff schon die richtige
Richtung eingeschlagen, denn das Budget für die
I. Mannschaft wurde drastisch gekürzt und Anbahnungen
von Größenwahn wurden im Keim erstickt. Sieben
Bundesligawochenenden mit astronomischen Fahrt- und
Übernachtungskosten sind auf vier eintägige
Auswärtsfahrten geschrumpft. Spesen für Spieler
werden nur noch vereinzelt anfallen.
Was aber kann der SK König 2004/05
sportlich erreichen? Wer vom sofortigen Wiederaufstieg
spricht, verkennt immer noch die Realitäten. Eher
wird es so sein, dass man sich im soliden Mittelfeld
der 2. Bundesliga etablieren sollte, um einem
totalen Absturz in die Oberliga frühzeitig zu entgehen.
Mit Matthias Hörr wird erstmals seit Sven Schaller
wieder ein Plauener Eigengewächs als Faststammspieler
in der I. Mannschaft eingesetzt. Lion Pfeufer zählt
ebenfalls zum Kreis der Ersatzleute. All das ist Teil
der neuen und alten Nachwuchspolitik, auch wenn damit
vielleicht der ein oder andere Kampf verloren geht.
Tipp: Platz 5.
Konsequent war man auch in der Sachsenliga.
Nach seinem hervorragenden Ergebnis 2003/04 bekommt
Lion hier das 1. Brett. Von unserem Neuzugang Sergej
Lozovoy aus Treuen wird ebenfalls einiges erwartet,
er steigt am 4. Brett ein. Christof Beyer erhielt nach
seinen guten Leistungen in den Punktspielen endlich
einen Stammplatz. Durch die abzusehenden Ausfälle
werden mit Frank Gerbeth, Christian Hörr, Stephan
Buschmann, Daniel Butzke und Etienne Engelhardt weitere
zuverlässige Eigengewächse die Chance auf
einen Einsatz bekommen. Tipp: Platz 7.
Jochen Bandt musste drei Spieler aus
der 1. Landesklasse in die Sachsenliga abgeben,
doch unser neuer tschechischer Freund Tomas Zeleny (DWZ
2241) wird in den wichtigen Spielen eine absolute Verstärkung
am 1. Brett sein. Christian Hörr rückt nach
einem soliden Jahr ans 3. Brett vor. Johannes Titz und
Stephan Buschmann sind nach den Ergebnissen aus Geithain
neu in die Mannschaft gekommen. Dennoch wird für
die Dritte der Klassenerhalt wieder ein Kraftakt. Zwar
birgt die junge Truppe erneut viel Potential, jedoch
wird der Aderlass an die beiden höherklassigen
Teams unvermeidbar sein. Tipp: Platz 8 ist möglich,
wenn die entscheidenden Spiele wieder gut verlaufen.
Auch die IV. Mannschaft wird vom Nachwuchs
angeführt. Theresa Reh soll unter Mithilfe von
Dieter Kunz und ihrer Schwester Rebecca das Oktett wieder
ins Mittelfeld der Bezirksliga steuern. Tipp:
Wenn es für die gesetzten Spieler der Mannschaft
wieder etwas nach oben geht, sollte sogar Platz 3 oder
4 drin sein.
Völlig unbeschwert, weil aller Abstiegssorgen
ledig, kann Peter Lubans Kindermannschaft in der 2.
Bezirksklasse aufspielen. Hier geht es vordergründig
um Spielpraxis und Wertzahlzugewinn. Vom Wiederaufstieg
in die 1. Bezirksklasse wird man frühestens in
zwei Jahren sprechen können.
Die VI. Mannschaft wurde abgeschafft,
weil die Anzahl der unbesetzten Bretter in der abgelaufenen
Saison schon an der Grenze zur Unsportlichkeit lag.
Die so neu gewonnene Flexibilität könnte insgesamt
den ein oder anderen wichtigen Punkt mehr bedeuten.
Besonders im Nachwuchsbereich will man
wieder angreifen. Für den Stolz des Vereins, die
U20-Mannschaft, ist wegen der steten Entwicklung und
nichtzuletzt wegen der drei Neuzugänge Zeleny,
Lozovoy und Titz der Sachsenmeistertitel greifbarer
denn je. Vier 2000er damit sollte man Dresden
endlich Paroli bieten können. In der U16 wäre
alles andere als der Wiederaufstieg in die Sachsenliga
eine Enttäuschung. Es wird Zeit, endlich wieder
im Konzert der Großen mitzuspielen. Die U14-Mädels
haben sich erneut als Sachsenmeister für Deutschland
qualifiziert. Nach zweimal Bronze wird es dieses Jahr
im Dezember vielleicht sogar Silber oder Gold?
Der SK König Plauen steht vor einem
wegweisenden Schachjahr. Weiterhin Vorzeigeklub oder
Abrutsch in die Mittelmäßigkeit? Bei dem
Potential, um das uns viele andere Vereine aus der Region
beneiden, sollte die Antwort eigentlich klar sein. ...
Auf geht's zu neuen Ufern!
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