Klaus Bischoff ist neuer Deutscher Meister

Als einziger Spieler mit 6,5 Punkten hat Klaus Bischoff die 84. Deutsche Einzelmeisterschaft vor Rainer Buhmann und Felix Graf gewonnen. Kaum zu glauben, aber für den mehrfachen Blitz-, Schnellschach- und Mannschaftsmeister, der viele Jahre auch für den SK König Plauen in der 1. Bundesliga um Punkte kämpfte, ist es der erste Erfolg im Normalschach. Auch wenn in den entscheidenden Partien, z. B. in seinem Wolga-Gambit gegen Turnierfavorit Fridman eine kleine Portion Glück im Spiel war, ist der Sieg in einem recht ausgeglichenen Starterfeld hochverdient. Herzlichen Glückwunsch!

Unserem Recken Roland Pfretzschner ging am Ende ein bisschen die Luft aus. Nach der kleinen Rochade gegen das Bremer Duo IM Matthias Blübaum (2514) und IM Tobias Jugelt (2429) landete Roland mit 4 aus 9 und starker Buchholzwertung auf dem 27. Platz. Dennoch ein insgesamt gelungener und streckenweise absolut mitreißender Auftritt, der ihm ca. 35 Elo-Punkte und eine Menge Sympathien eingebracht hat. Jetzt sind wir gespannt, ob Roland diese Form in die anstehende Zweitligasaison mitnehmen kann.


Plauener Meisterschaft: Fenderl gewinnt vor Ananev und Götz

Mit einem Kurzremis in der letzten Runde sicherten sich Markus Fenderl und Vaceslav Ananev die ersten beiden Plätze bei der 67. Plauener Meisterschaft. Topfavorit Andreas Götz blieb trotz seines Sieges gegen Erik Fischer nur der Bronzerang. Ebenfalls 4 aus 5 hatten am Ende auch Ulrich Rehm und Nils Süß auf dem Konto.

Hinter dem Führungsquintett folgen nicht weniger als zehn Spieler vom SK König Plauen mit einem ganzen Zähler Rückstand. Insbesondere die turniererfahrenen Mario Tunger, Jochen Bandt und Peter Luban hatten sich sicherlich mehr erhofft. Höchst erfreulich ist aber, dass sämtliche U20-Spieler in der erweiterten Spitze mitkämpften und teils beträchtliche Wertzahlzuwächse einfahren konnten.

Rg. Teilnehmer TWZ Verein/Ort S R V Pkt. W1 W2
1. Fenderl, Markus 1825 SG Waldkirchen 3 2 0 4.0 15.0 70.0
2. Ananev, Vaceslav 1795 VSC Plauen 1952 3 2 0 4.0 14.5 70.5
3. Götz, Andreas 2065 SK König Plauen 4 0 1 4.0 14.0 64.5
4. Rehm, Ulrich 1974 SV Treuen 1992 3 2 0 4.0 12.5 76.5
5. Süß, Nils 1740 SK König Plauen 4 0 1 4.0 11.0 68.0
6. Tunger, Mario 1836 SK König Plauen 2 2 1 3.0 16.0 65.0
7. Bandt, Jochen 1874 SK König Plauen 2 2 1 3.0 15.5 58.5
8. Nguyen Dang, Huy Duc 1635 SK König Plauen 2 2 1 3.0 14.5 65.0
9. Meyer, Stephan 1768 SK König Plauen 2 2 1 3.0 14.0 66.5
10. Karl, Binh 1749 SK König Plauen 2 2 1 3.0 13.0 61.5
11. Helmrich, Daniel 1514 SK König Plauen 3 0 2 3.0 12.0 68.5
12. Fischer, Erik 1751 SK König Plauen 3 0 2 3.0 12.0 68.0
13. Luban, Peter 1836 SK König Plauen 1 4 0 3.0 11.5 62.0
14. Seyffert, Tim 1529 SK König Plauen 3 0 2 3.0 11.0 64.5
15. Merkel, Toni 1703 SK König Plauen 3 0 1 3.0 9.5 50.5
16. Wagner, Lothar 1701 SK König Plauen 2 1 2 2.5 16.5 65.5
17. Graf, Lucas 1447 SK König Plauen 2 1 2 2.5 14.0 59.5
18. Wieland, Rolf 1435 VSC Plauen 1952 2 1 2 2.5 12.0 69.0
19. Linnert, Niklas 1534 SK König Plauen 2 1 2 2.5 12.0 61.0
20. Nicklaus, Timm 1441 SK König Plauen 1 3 1 2.5 11.5 55.0
21. Barg, Sebastian 1359 SK König Plauen 1 3 1 2.5 10.0 60.0
22. Künzel, Udo — vereinslos 2 0 3 2.0 15.5 62.0
23. Gruber, Andreas 1759 VSC Plauen 1952 1 2 2 2.0 14.0 57.0
24. Burian, André 1404 SK König Plauen 2 0 3 2.0 14.0 54.5
25. Nguyen Dang, Lukas 1507 SK König Plauen 2 0 3 2.0 12.5 58.0
26. Burian, Simon 1313 SK König Plauen 2 0 3 2.0 12.0 57.0
27. Hörkner, Nico 1296 SK König Plauen 1 1 3 1.5 11.0 62.0
28. Dreise, Mario 1235 SK König Plauen 1 1 3 1.5 10.5 60.5
29. Grimm, Ian 1026 SK König Plauen 1 1 3 1.5 10.5 52.0
30. Ruckdeschel, Lucas 1030 SK König Plauen 1 1 3 1.5 9.0 55.5
31. Müller, Dieter — vereinslos 1 1 3 1.5 9.0 46.0
32. Suhr, Daniel 1497 SK König Plauen 1 0 4 1.0 11.0 63.5
33. Fritsche, Tom 875 SK König Plauen 1 0 4 1.0 9.5 56.0
34. Valasek, Valeran — vereinslos 0 1 4 0.5 10.0 52.0

 


Roland schlägt den Präsidenten

Mit 4 aus 7 und einer Elo-Performance von 2434 übertrifft Roland Pfretzschner weiterhin alle Erwartungen bei der DEM in Saarbrücken und hat nun sogar eine IM-Norm in Aussicht. In Runde 5 wiederholte er gegen Michael Kopylov (2457) seinen b3-Sizilianer, kam diesmal aber gar nicht gut aus der Eröffnung. Nachdem die Damen getauscht waren, fand sich Roland in einer extrem passiven Stellung wieder und wurde Stück für Stück mit guter Technik überspielt.

Gegen die starke Frauengroßmeisterin Zoya Schleining (2377) vertraute Roland dann doch wieder den typischen Paulsen-Strukturen. In der insgesamt wenig aufregenden Partie wurde die Remisbreite nie verlassen, allerdings war im Springerendspiel auf beiden Seiten noch einmal Präzision gefragt.

Die heutige 7. Runde brachte schließlich das Duell gegen den amtierenden DSB-Präsidenten und Lokalmatadoren IM Herbert Bastian (2339), der gleich zum Auftakt ein ungefährdetes Remis gegen Daniel Fridman einfahren konnte. Roland wählte eine der vielen Mode-Varianten im Caro-Kann. Wenngleich Bastian beginnend mit 9.Lf4 sicher etwas unambitioniert spielte und frühzeitig seinen Damenflügel schwächte, war es doch erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln Schwarz Vorteil erlangte. Nach 17.Td1? f6 18.Le2 wäre zwar 18…fxe5–+ bereits die Vorentscheidung gewesen, aber Weiß gab das Geschenk nach 18…Tad8? mit 19.Ta2? zurück. Den Rest spulte Roland fast schon gewohnt souverän ab, nur um mit dem Turmopfer 27…Txg2! ein Matt in 9 einzuleiten. Bitte weiter so!

bastian-pfretzschner

An der Spitze bleibt es weiter spannend. Es führt ein Sextett mit 5 aus 7, darunter die beiden Talente Alexander Donchenko und Rasmus Svane.


Angreifen und gewinnen mit dem Wolga-Gambit: Roland Pfretzschner dreht auf

Live-Übertragungen sind für die Produktivität des berufstätigen Schachspielers nicht gerade förderlich, noch dazu wenn man den Gedanken und Plänen auch ohne launigen Großmeisterkommentar und Engine-Unterstützung folgen kann. Hin und wieder ertappt man sich sogar dabei, offensichtliche Aussetzer im Selbstgespräch zu kommentieren, so z. B. die peinliche 11-zügige Miniatur von Nikolas Lubbe gegen Felix Graf aus Runde 2.

Absolut sehenswert ist dagegen bisher das Spiel von Roland Pfretzschner. Obwohl ihm die Losfee nach vier Runden nun schon dreimal Schwarz bescherte, steht er mit 2½ Punkten bspw. genauso gut da wie Titelverteidiger Daniel Fridman, der heute gegen Klaus Bischoff unterlag. Mit seiner alten Leidenschaft, dem Wolga-Benkő-Gambit, kam Roland sowohl gegen FM Vitali Braun (2403) als auch gegen FM Jaroslaw Krassowizkij (2381) schnell zu gutem Spiel. Braun gab den Gambitbauern zügig zurück, musste dann aber bald eine Figur für zwei Bauern nachlegen, um nicht völlig erdrückt zu werden. Schwarz war in der Folge etwas unkoordiniert und wurde vom gegnerischen Turm und Springer unangenehm dominiert. Da die weiße Kompensation offenbar ausreichend war, einigte man sich schließlich auf Remis.

Krassowizkij lief mutmaßlich ebenfalls in eine vorbereitete Variante, an deren Ende Roland sogar einen zweiten, dritten und vierten (!) Bauern gab, um abermals einen Läufer abzuräumen. Es entwickelte sich eine komplizierte Stellung, in der die weißen Bauern eher den gegnerischen als den eigenen König schützten. Roland zeigte wunderbar auf, dass die weiße Struktur bereits ungesund überdehnt war und stellte mit 35…De2 die ersten unangenehmen Fragen. Weiß kollabierte nun in Zeitnot überraschend schnell, da er offenbar übersehen hatte, dass nach 37.Td1?? Da2 38.d6 der schwarze Turm auf f7 plötzlich gedeckt ist und 38…Sf4–+ die unmittelbare Aufgabe erzwingt (z. B. 39.Dh2 Se2+ 40.Kh4 Tf4+ 41.Kg5 Dg8+! 42.Kh5 Dg6#). Abermals ein bärenstarkes Finish!

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Morgen ist Roland – zur Abwechslung mit Weiß – gegen IM Michael Kopylov erneut Außenseiter, allerdings mit dem Momentum auf seiner Seite.


Plauener Meisterschaft: Fenderl und Ananev führen

Altmeister Prof. Dr. L. Wagner hatte in einem dramatischen Finish – gegen Andreas Götz – die Nase vorn 1:0, Binh Karl konnte Stephan Meyer bezwingen, Erik Fischer verlor gegen Lucas Graf, Huy erspielte sich ein Remis gegen den Favoriten Ulrich Rehm, zwischen Jochen Bandt und Peter Luban stand es am Ende remis, U. Rehm kam gegen den VSC-Neuling  Andreas Gruber auch nicht über ein Unentschieden hinaus. Durch das Straucheln der Favoriten Götz und Rehm konnten sich fast unbemerkt mit 3,5 Pkt. Ananev (VSC) und der junge stark aufspielende Waldkirchner Markus Fenderl (1986 geb.) an die Spitze schieben. Nils Süß, Daniel Helmrich konnte ebenfalls überzeugen!


Titel und Nicht-Titel

1 aus 2 ist Roland Pfretzschners unspektakuläre Zwischenbilanz bei der DEM. In der Auftaktpartie kam er gegen den jungen IM Alexander Donchenko (wann geht der Junge zur Schule?) zunächst gut aus der Eröffnung und konnte seinen f-Bauern bis weit ins gegnerische Lager vorrücken. In vielversprechender Stellung kam dann aber der Kollege in der c-Linie abhanden und nach einigen weiteren Ungenauigkeiten rechneten die Engines nur noch unter Protest weiter (+3.50). Roland schaffte es dennoch, noch einmal Unruhe zu stiften und ließ mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich ungenutzt. Das Turmendspiel mit Mehrbauer verwandelte Donchenko schließlich sicher zum Sieg.

Obwohl er vor Jahresfrist noch von Viktor Bologans Rossolimo-Standardwerk geschwärmt hatte, wählte Roland heute im rein sächsischen Duell gegen Dr. Sören Bär die Variante 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.b3. Bär, der Professor für Marketing und Dienstleistungsmanagement ist („Mach‘ dich zum Obst – mit Sachsenobst!“ – und Deppenapostroph) und schachlich mittlerweile in Diensten der USG Chemnitz steht, kam am Königsflügel recht bald unter Druck. Nachdem Roland das Zentrum in seinem Sinne geöffnet hatte, war das Partieende bereits abzusehen. Für die Schlusspointe, ein sehenswertes Damenopfer, hätte man sich als Zuschauer aber einen Applaus-Button gewünscht. Bravo!

… BRAVO fanden dies übrigens auch die Redakteure von Susan Polgars Schachblog. Am 10.09.2013 konnte folgender Beitrag überraschen.
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28. Geithainer Sommerturnier

Als vor zwei Wochen im Alten Handelshaus ein rauschendes Schachfest gefeiert wurde, ging es 100 km weiter im mittelsächsischen Geithain weit ernster zu: Elmer Pekrul, Mario Dreise, Tim Seyffert und Timm Nicklaus testeten beim 28. Sommerturnier ihren Trainingsstand für die kommenden Aufgaben. Elmer konnte nicht an seinen 50%-Erfolg aus dem Vorjahr anknüpfen, stabilisierte sich mit 1½ aus 5 aber weiter über DWZ 1800. Im B-Turnier gab es offenbar trainerseitiges Remisverbot. Gerade als sich das Trio warmgespielt hatte, war das Event auch schon wieder vorbei. Mit 3 (Tim) bzw. 2 aus 5 (Timm und Mario) ging es etwas DWZ-erleichtert, aber bestimmt mit tollen Sachpreisen zurück ins Vogtland. War denn auch wieder eine grüne Regentonne dabei?


Roland Pfretzschner bei der DEM

In Saarbrücken beginnt morgen die 84. Deutsche Einzelmeisterschaft. Nun ist endlich auch wieder ein Plauener König dabei. Roland Pfretzschner hatte sich mit seinem Sieg bei der Sachsenmeisterschaft 2012 für das Turnier qualifiziert und trifft dort unter anderem seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Klaus Bischoff wieder. Mit Daniel Fridman, Rainer Buhmann und Martin Krämer ist das Setzlistenpodest zwar prominent besetzt, traditionell greifen aber gerade junge Kaderspieler in den Titelkampf mit ein – wenn auch nicht immer mit fairen Mitteln: Vor zwei Jahren wurde der damalige Sachsenmeister Christoph Natsidis beim Handybetrug erwischt. Und im vergangenen Jahr wurde mit Jens Kotainy ein Spieler Dritter, der schon mehrfach der Zuhilfenahme unerlaubter Hilfsmittel verdächtigt und beim diesjährigen Dortmund-Open auch endlich überführt wurde.

Die Live-Übertragung der Partien beginnt morgen ab 14:00 Uhr – möglicherweise zeitversetzt, um ganz sicher zu gehen …


Plauener Meisterschaft mit 34 Teilnehmern gestartet

Waren es in den Vorjahren meistens 26 bis 28 Spieler, so sind es diesem Jahr 34 teilnehmende Spieler. Die größte Anzahl von Startern stellt der SK König Plauen, der VSC Plauen, SG Waldkirchen und SV Treuen (es spielen auch zwei vereinslose Spieler mit). Einen großen Anteil an der Steigerung hat unser junges U20-Sachsenliga-Team, welches komplett mitspielt (Nils, Toni, Erik, Binh, Huy).

Gleiches gilt auch für unser U16-Sachsenliga-Team (Daniel, Daniel, Tim, Timm, Lukas, Niklas). Prof.  Lothar Wagner ist mit 83 Jahren der älteste Teilnehmer und die zwei 2004 geb. Simon Burian und Nico Hörkner die Jüngsten!

In der ersten Runde gab es 5x Remis, sowie 7 Weiß- und 5 Schwarzsiege. Zu den Favoriten gehören wieder Andreas Götz (SKK), Ulrich Rehm (SV Treuen), Markus Fenderl (SG Waldkirchen), Jochen Bandt (SKK) und auch Mario Tunger (SKK). Natürlich hoffen wir, dass unser Nachwuchs diese Phalanx durchbrechen kann!


Überraschung! :-)

Nach nunmehr genau 10 Jahren, d. h. nach heutigen Internetmaßstäben eine gefühlte Ewigkeit, hat der Webseiten-TÜV unser angestaubtes Design einkassiert. Anlass war die endgültig abgerissene Anbindung an die DWZ-Datenbank des Deutschen Schachbunds, aber auch sonst war der marode Unterbau schon länger reif für eine Generalüberholung. Technologisch hat sich seit 2003 eine ganze Menge getan und auch das Besucherverhalten ist ein gänzlich anderes als früher. Das WordPress-Back-End wurde von Version 2.8 auf 3.6 aktualisiert und sämtliche Inhalte sind jetzt über die Admin-Oberfläche zugänglich. Noch nie war es so leicht, sich an der Mitarbeit zu beteiligen. In diesem Sinne: Auf die nächsten 10 Jahre!

Übrigens sind die Mannschaftsseiten bereits auf die neue Saison umgestellt und die DWZ-Liste ist auch wieder da.