Bildergeschichten zum Saisonausklang

von Christof Beyer

„Die Fotografie ist das größte Unglück des zwanzigsten Jahrhunderts.“ (Thomas Bernhard)


Gemütlicher Saisonausklang

Am vergangenen Freitag fand der offizielle Saisonabschluss der abgelaufenen Spielzeit 2012/2013 im Alten Handelshaus statt. Die Prozedur ist dabei recht einfach erklärt. Gesucht werden 2-3 Schachfreunde, die als „offizieller Aufhänger“ eines schönen Schachabends herhalten müssen. Idealerweise sollten jene kurz vorher Geburtstag gehabt haben. Diesmal waren dies Roland Pfretzschner und Christian Hörr.

Roland Pfretzschner (55) trägt den Titel „Fidemeister“, ist amtierender Sachsenmeister im Nahschach und vertritt uns demnächst bei der Deutschen Meisterschaft. Zudem war Roland 2008 Olympiasieger(!) mit der deutschen Fernschachmannschaft. Nicht bei google nachzulesen ist, wie er zum Schach kam, das er in der Schule (nachträglich betrachtet) mit Gunter Sander einer der besten Schachschulbanken besetzt hat. Er ist nunmehr seit 16 Jahren Mitglied im Verein.

Christian Hörr (30) ist seit 21 Jahren Vereinsmitglied, rief als Informatiker unsere Homepage ins Leben und gehörte unserer erfolgreichen U 20 an. Seine schachlichen Erfolge können natürlich nicht mit denen von Roland mithalten, dafür trägt er seit ein paar Jahren einen verlängerten Vornamen. Zum Schach kam er durch fortlaufendes Verletzungspech beim Schwimmen, was nicht näher hinterfragt wurde, den Autor jetzt aber etwas verwundert.

Ferner konnten wir einige neue bzw. alte-neue Mitglieder offiziell begrüßen. Sebastian Barg, Andre Burian, Mario Dreise, Daniel Schultz, Martin Reichardt u. Dietmar Rößler fanden in der abgelaufen Saison „den Weg in unsere Alphaliste“.

Andre Burian stellte unser neues Vereins T-Shirt vor, welches gleich mächtig Abnehmer fand. Am kommenden Freitag, den 29.08.2013 sollen im Alten Handelshaus die Aufstellungen der Teams auf Landesebene final besiegelt werden.


67. Plauener Meisterschaft

Am Freitag, den 30.08.13, 18:00 Uhr beginnt die Plauener Meisterschaft. Gespielt werden fünf Runden, um den Sieger zu ermitteln.  Die Bedenkzeit beträgt: 90 Min./36 Züge plus 30 Min. bis Partieende ! Anmeldung ist von 17:30-18:00 Uhr, vor der 1. Runde im Speisesaal der Karl-Marx Grundschule – Forststraße 60 ! Erwartet werden über 30 Teilnehmer.


62. Silberpokalturnier in Bad Aibling

Bad Aibling, malerisch am Fuße der bayrischen Alpen gelegen, ist in jüngerer Zeit eher als zwielichtiger BND/NSA-Standort als mit seinem schmucken Kurpark oder der bekannten Therme in den Schlagzeilen gewesen. Dort findet alljährlich im August das nach eigenen Angaben älteste deutsche Schachopen in Form eines Mixed-Mode-Turniers statt. Spieler, die aus der Pokalrunde ausgeschieden sind, spielen parallel mit ihren bis dahin erzielten Punkten im Schweizer System weiter. Christian Hörr probiert derzeit diese neue Erfahrung aus, um sich auf dem Nachhauseweg spätabends wahlweise weiter freuen oder ärgern zu können. Nach einem überzeugenden Schwarzsieg in Runde 1 sprang am Geburtstag trotz optischer Überlegenheit nicht mehr als ein zähes Remis heraus. In der anschließenden 10-Minuten-Partie wurde dann bei einer Mehrfigur zünftig ein ganzer Turm eingestellt, K-S gegen K-T im Bullet-Style aber noch remis gehalten. Versuch Nr. 2 ging dann schließlich weniger spektakulär zugunsten des Plaueners aus.

Update 14.8.: „Der Pokal hat seine eigenen Regeln.“™ In Runde 3 setzte an den vorderen Brettern das große Favoritensterben ein. Auch Christian fühlte sich in seiner Rolle als Underdog gegen FM Thomas Lentrodt sichtlich wohl und zeigte sich im vorbereiteten Maroczy-System gegenüber dem Vortag stark verbessert. Flüssiges, aktives Spiel hinterließen beim Bundesligaspieler vom FC Bayern München sichtlich Eindruck, der zwar bis weit nach 23:00 Uhr im Endspiel noch alles versuchte, aber doch keinen Gewinnweg fand. Die anschließende mitternächtliche Blitzpartie, die der Favorit nach ein bisschen Geplänkel schließlich doch souverän für sich entschied, war insofern bedeutungslos geworden, da im Pokalmodus solange mit Remisen aufgefüllt wird, bis die notwendige Spieleranzahl erreicht ist.

Brett 1: Hörr, Christian - FM Lentrodt, Thomas ½:½

Brett 1: Christian Hörr – FM Thomas Lentrodt ½:½

Auch in Runde 4 lief die Eröffnung zunächst prächtig. Gegen einen Königsindischen Angriff wurde ein schwarzer Bauernkeil schnell bis nach c3 getrieben, wonach sich der Bad Neustädter Hans Weck (2008) gezwungen sah, die Qualität für zwei Bauern zu opfern. Ganz dem alten Phlegma folgend wurde daraufhin im Geiste nur die gegnerische Kompensation stark geredet, sodass dessen Remisangebot gar nicht so ungelegen kam. Die Engine bewertet an dieser Stelle die weiße Stellung allerdings schon als hoffnungslos verloren (–2.50). Da war sie wieder, die gefühlte Spielstärke … Nur folgerichtig ging dann auch der Stichkampf mit 0,5:1,5 verloren, sodass der Pokalspuk damit nun endlich vorbei sein sollte.

Update 16.8.: Etwas unerwartet lief die 5. Runde doch noch unter der Überschrift „Achtelfinale“. 100%-Mann Christian Graf (2018) brachte den Namensvetter durch eine simple Zugumstellung im Caro-Kann derart aus der Vorbereitung, dass dieser völlig den Faden verlor und schon nach 22 weißen Zügen entnervt aufgab. In der Nachmittagsrunde (ab hier wieder Schweizer System) bestand die Kunst vor allem darin, eine damen- und läuferlose Stellung im Angenommenen Damengambit im Gewinnsinne zu verkomplizieren. Das mochte lange Zeit nicht so recht gelingen, aber nach einigem Lawieren ging der gegnerische Isolani dann doch noch verloren. Den Mehrbauern musste Christian dann nicht mehr verwerten, da es der Gegner schaffte, im Springerendspiel eine ganze Figur einzustellen.

Update 17.8.: Im Duell mit dem Münchner Talent Simon Leeb (1719) stand erstmals die Rossolimo-Variante zur Diskussion, die Christian zunächst auch ganz im Sinne Viktor Bologans behandelte. Nach der thematischen Öffnung des Damenflügels ging alsbald ein schwarzer Bauer vom Brett. In der Folge gab es gleich mehrere taktische Gewinnwege. Als diese Chancen schließlich verstrichen waren, wurde unter allen vorteilhaften Endspielen auch noch das schwierigste gewählt (S vs. L). Angesichts völliger Planlosigkeit half Christian immerhin am Bau der gegnerischen Festung mit und willigte um kurz vor Mitternacht schließlich ins Remis ein. Entsprechend niedrig war die Motivation für die heutige Schlussrunde, wo gegen einen c3-Sizilianer nichts herausgeholt werden konnte. Abermals Remis nach 18 Zügen.

Als immerhin Wertungsbester mit 4½ aus 8 und minimalem DWZ-Verlust bleibt als Trost noch nicht mal die Tatsache, als Einziger etwas Zählbares gegen den Turniersieger geholt zu haben – denn Thomas Lentrodt verlor heute überraschend das Finale gegen Constantin Müller. Was also nützt ein tieferes Schachverständnis ohne den entsprechenden Punch?!


Das Festival der verpassten Möglichkeiten

Auch wenn es in Pardubice zuweilen nur nebensächlich um Schach geht, will man doch hin und wieder einen Punkt einfahren. Wunsch und Wirklichkeit nach der Sommerpause in Einklang zu bringen, gelingt aber nur den Wenigsten und so war auch in diesem Jahr die gefühlte Spielstärke im Schnitt deutlich höher als die tatsächliche. Plauener Top-Scorer wurde Matthias Hörr, der nach miserablem Start im B-Turnier gleich fünfmal in Folge gewann und am Ende mit 6 aus 9 schon fast wieder im Soll lag. Bei den Jugendspielern waren zwar gegenüber dem Vorjahr ordentliche Fortschritte zu erkennen, der ganz große Wurf blieb diesmal aber aus.

B-Turnier:
Matthias Hörr 6/9 (-9)
Lion Pfeufer 4½/9 (-18)
Christof Beyer 3½/9 (-24)
Christian Hörr 3½/9 (-7)

C-Turnier:
Peter Luban 5/9 (-10)
Peter Paul 3/8 (+21)
Erik Fischer 3½/9 (+61)
Toni Merkel 3½/9 (+72)
Binh Karl 3½/9 (+8)
Peter Dietzsch 3/9 (+1)
Huy Duc Nguyen Dang 2½/9 (-8)

D-Turnier:
Jochen Bandt 5/9 (-37)
Christian Böttger 4½/9 (+13)
Tim Seyffert 4/9 (+140)
Daniel Helmrich 3/8 (+101)
Niklas Linnert 2½/9 (-54)
Sebastian Barg 2/8 (+2)
Simon Burian 1½/9 (+31)

E-Turnier:
Lukas Nguyen Dang 5/9 (+171)
André Burian 4½/9 (+114)
Lucas Graf 4½/9 (+227)
Ludwig Müller 4/9 (+154)
Nico Hörkner 3½/8 (+156)
Emma Luise Müller 1½/8 (+65)
Alexander Bandt (+32)


Příští zastávka: Pardubice!

Das Schachfestival in Pardubice ist so etwas wie die Olympiade für Breitensportler: ein Treffen der Nationen, der Generationen und Ambitionen. Tagsüber trifft Schwarz auf Weiß, Parfüm auf Schweiß, Fratze auf Glatze und Patzer auf Panzer. Abends trifft Pizza auf Pasta, Rotwein auf Wasser, Salat auf Steak und Bier auf Bier. Hin und wieder schnappt man ein paar Brocken Russisch („сколько?“) oder Tschechisch („Pozor, vlak!“, „Dům hudby“) auf. Und pünktlich nach Turnierende wird es wieder sintflutartig regnen. Also alles wie immer: einfach traumhaft!

Über die wichtigste Nebensache informiert der Veranstalter übrigens in gewohnter Aktualität: http://www.czechopen.net/en/results-and-games/

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Dankeschön

Nach einer überaus erfolgreichen Saison im Männer-, wie im Nachwuchsbereich möchten wir uns als SK König Plauen an dieser Stelle nochmals herzlichst bei unseren Sponsoren und Unterstützern

– der Firma Immobilien Krulich,
– dem Hotel Alexandra,
– der Schmidt OHG,
– der Bäckerei Mühlberg,
– dem Alten Handelshaus,
– dem Autohaus Karnahl,
– dem Baugeschäft Uwe Jaensch
– der UTR GmbH Schönbrunn
– copy partner Plauen

für Ihr Engagement bedanken. Dies ist für uns nicht selbstverständlich und wird uns weiterer Ansporn für unsere Arbeit sein.

Ebenso möchten wir uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei allen Schacheltern bedanken, ohne deren Hilfe vieles im Nachwuchsbereich überhaupt nicht möglich wäre.

Vorstand – SK König Plauen


6. U 13 Cup in Waldkirchen=Endstand

Trotz Ferienbeginn kamen 36 Schachkinder in das vogtländische Waldkirchen, um ihre vier Pokale auszuspielen.

Jahrgang 00/01
1. Platz Timm Nicklaus (SK König Plauen)
2. Platz Niklas Linnert (SK König Plauen)
3. Platz Lukas Ng. Dang (SK König Plauen
Jahrgang 02/03
1. Platz Nico Hörkner (SK König Plauen)
2. Platz Simon Burian (SK König Plauen)
3. Platz Julian Kurzendörfer (VSC Plauen)
Jahrgang 04/05
1. Platz Emma Luise Müller (SK König Plauen)
2. Platz Liam Ertl (SK König Plauen)
3. Platz Mayra Plöttner (TSV Zeulenroda)
Jahrgang 06/07
1. Platz Peter Jaya (Muldenthal Wilkau-Haßlau)
2. Platz Reinhardt Atze (SV Markneukirchen)
3. Platz Jacob Berger (SK König Plauen)

Insgesamt beteiligten sich 71 Kinder an den sechs Turnieren, von denen die jeweils besten vier gewertet werden. Ein großes Lob an den Ausrichter, den Schachverein Waldkirchen, dieser hatte die gesamte Verpflegung übernommen und das ausgezeichnete Bürgerhaus zur Verfügung gestellt.
In der neuen Saison wird am 21.Sept. 2013 das 1.Turnier beim VSC Plauen stattfinden (Lebenshilfe-Hofwiesenstrasse).


Saisonabschluss im Pfaffengut – Bildergalerie


Simultan und Schlauf beim Saisonabschluss

Wenn der Schachnachwuchs des SK König Plauen Saisonabschluss feiert, wird bekanntlich von Organisator Elmer Pekrul immer etwas Besonderes auf die Beine gestellt. Oder auf die Füße, die aber bei übermäßigem Gebrauch der schwarzen Figuren auch mal deren Farbe annehmen können (s.u.). Vermutlich lag die Färbung aber eher am rustikalen Heuboden des Natur- und Umweltzentrums Pfaffengut Plauen, in dessen Innenhof und Scheune die dritte Saisonabschlussfeier unseres Schachnachwuchses vom 15. bis 16. Juni stattfand.

Los ging es am Samstagnachmittag: bei strahlendem Sonnenschein und T-Shirt-Wetter kam die Schachjugend mit ihren Eltern ins Pfaffengut. Ebenso mit von der Partie waren auch viele jung gebliebene Vereinsmitglieder älteren Semesters, die sich ebenfalls im Simultan mit dem amtierenden Sachsenmeister FM Roland Pfretschner und dem frisch gebackenen Chemnitzer Stadtmeister Matthias Hörr messen wollten. An 28 Brettern lieferten sie sich spannende Duelle mit den beiden Spielern aus der Ersten, die aber beide auch an 14 Brettern einen kühlen Kopf behielten. So lautete die Ausbeute von Roland und Matthias am Schluss 11,5 zu 2,5 sowie 10 zu 4 Brettpunkte.

Und da Denksport an der frischen Luft bekanntlich den Appetit fördert, hatte Elmer auch für das leibliche Wohl der kleinen und großen Gäste gesorgt. „Ganz herzlich möchten wir uns in diesem Sinne bei unseren Sponsoren bedanken für ihre tolle Unterstützung, vor allem bei Ralph Schmidt, Inhaber der Wolfgang Schmidt OHG Fleischsalat- und Mayonnaisenfabrikation Plauen, für die Grillwaren sowie bei der Bäckerei „Alfred Mühlberg“ aus Haselbrunn für die belegten Brötchen“, so Elmer Pekrul. „Letztere hatte bereits zur zentralen U16-Endrunde im April ein großes Sortiment an Backwaren für uns gesponsert“, fügte der Organisator an.

Frisch gestärkt probierte der Schachnachwuchs auch andere Spielformen neben Simultan aus: So führte Elmer „Schlauf“ ein. Eine Mischung aus Blitzschach und Laufen, wobei hierbei eher sprinten richtig wäre. Denn gespielt wird im Duo gegeneinander an einem Brett und während der eine Spieler den Zug ausführt, rennt sein Partner zur Uhr. Zeit läuft!

Dass dabei auch die „richtige“ Zeit wie im Flug verging, störte die 24 Nachwuchspieler wenig, sodass sie noch bis etwa drei Uhr weitergespielten. Nach vier Stunden Schlaf und anschließendem Frühstück ging es am Sonntagmorgen weiter mit Tandem.

Diese Motivation, Begeisterung und große Resonanz bei der dritten Saisonabschlussfeier des Nachwuchses macht Lust auf mehr und so wird es auch im kommenden Jahr mit Sicherheit eine ebenso schöne Veranstaltung für den gesamten Verein geben. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Organisator Elmer Pekrul sowie allen Sponsoren, Eltern und Vereinsmitgliedern, die mit ihrem großen Engagement zum Gelingen des Schachwochenendes beigetragen haben.