Nachlese DVM U 14 in Verden

S. Burian, N. Hörkner, L. Ertl, R. Melitzki und Florian Elstner gelang mit zwei Mannschaftssiegen und einen Remis gegen prominente Gegner, Dresden Str., Empor Berlin usw. ein prima Start. Danach gab es es leider gegen starke Teams wie SK Hamburg, Essen, Katernberg, Biberach nur noch ein Unentschieden. Am Ende wurde es ein 11. Platz von 18 Teams. Simon und Nico waren in toller Form und holten sensationelle 9,5 Punkte aus 12 Partien. Nico erzielte 5,5 Pkt. aus 6 Partien am 2.Brett ! Simon kam auf starke 4 Pkt. aus 6 Partien am 1. Brett!
Leider waren unsere Bretter 3 bis 4, L. Ertl, R. Melitzki, Fl. Elstner weniger erfolgreich, mussten viele unnötige Niederlagen kassieren und konnten somit unseren vorderen Brettern nicht helfen. Simon hat seine Sache als ML des SKK vorbildlich erfüllt und es war für ALLE eine schöne erlebnisreiche Zeit.    Trainer Andreas Götz


U 20 Wochenende

Am Samstag besiegte D. Zähringer, S. Burian, D. Helmrich und L. Graf das mit drei Spielern anreisende Team von Dresden Striesen mit 3.5:0,5 (incl. einer kampflosen Partie). Gegen den nicht antretenden Tabellenführer GW Dresden gab es dann ein kampfloses 4:0 und den 1.Platz in der Vorrunde dazu! Elmer hat schon seinen Ärger Luft gemacht und es ist tatsächlich beschämend, wie viele Vereine ihre U 20 Teams organisieren. Der SK König u. Coswig sind die einzigen Teams in der Sachsenliga, welche kein Brett frei gelassen haben. Die vier Besten Teams aus der Vorrunden, spielen dann den Sachsenmeister aus (Quali zur „Deutschen“), falsch gedacht, denn die Endrunde muss zurecht mit 6 Spielern bestritten werden. Damit wird jedes Team gefragt, ob man überhaupt sechs Spieler besitzt u. GW hat schon abgesagt. Somit soll bestimmt der nichtqualifizierte 5.Platz nachrücken – wozu haben wir dann die aufwendige Vorrunde überhaupt gespielt?


„Ein Pferd springt nur so hoch wie es muss“ – Vorrunde Sachsenliga U20

Zwei junge Reiter disqualifiziert, das in Führung liegende Pferd verweigert vorm Oxer, König Plauen’s U20 gewinnt die neu geschaffene Vorrunde zur Sachsenmeisterschaft mit drei Strafpunkten und profitiert dabei von Wettbewerbsverzerrung. Die Disqualifikation für  Simon Burian und Felix Zimmermann (Rennstall Niederwiesa), vom Wettkampf erfolgte keineswegs durch einen Regelverstoß. Nein sie erfolgte einzig durch die physische Abwesenheit eines Gegenübers.

Die sicher gut gemeinten und auch im Ergebnis der unbefriedigenden Vorsaison dringend notwendigen Reformbestrebungen zur Sachsenliga U20 2017/18 tragen Früchte, aber leider ganz und gar nicht wie erwünscht. Zwar ging man mit vollzähliger Staffelstärke ins Rennen, aber die Verweigerungen vorm Hindernis entwickelten sich in ungeahnte, fast babylonische Höhen. Aus sechs Spielern mache Vier, aus 15,9% Totalverweigerung mache fast ein Drittel (29,5%), und eine Endrunde der besten vier Mannschaften/Nachrücker mit Schnellschachpartien. Hoffentlich ein einmaliger Versuch? Den Sportsgeist und die Fairness der Jugendlichen hat selbiger leider nicht stimuliert.

Sollten nicht bespielte Bretter sanktioniert werden? In den benachbarten Bundesländern  Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin seit Jahren gängige Praxis, zumindest im Herrenbereich. Hilft es dort? Vielleicht steht diese Option, nebst der Frage: „Wie hoch und wie oft muss ein gutes Pferd springen um Erfolg zu haben?“, zum kommenden Verbandstag auf dem Prüfstein?

 


梭子鱼呕吐 und ein Haufen Gelächter

Die Deutsche Schachjugend hat ihrem höchstklassigstem Mannschaftsturnier auf den neckischen Namen „Deutsche Vereinsmeisterschaft“ getauft. Man wundert sich deshalb, ob es dort nicht so sehr um die antretenden Mannschaften geht, sondern um die dahinterstehenden Vereine. Wir hegten keine Ambitionen, unserer U20-Mannschaft eine Bürde dieser Art aufzulasten und gaben der Nomenklatur stattdessen die uns gewogene Interpretation, nach der alle Anreisenden ohne Rücksicht auf Spielberechtigung oder Schachverstand zu einem Haufen zu vereinen sind – zu einem Haufen, der selbst die interne Differenzierung aufgrund der Profilwahl in der Sekundarstufe 2 fürchtet. Oder wann sollte nochmal die Ernte des Lebens eingetrieben werden?

Die albernsten Shirts nach vorn und dann einen unangebrachten Spruch absetzen. Captain Sound segelt zum Pumpen nach L. A.

Es fällt nicht leicht, ein vernünftiges Bild des schachlichen Geschehens zu zeichnen, wenn man selbst nicht den Nervenkitzel verspürt, eine eigene Partie zu spielen. Mit dem Schwung der Leichtsinnigkeit pfeift man allen, denen man habhaft werden kann, die „ganz klare“ Gewinnvariante ins Ohr, nur um zwei Züge später zu bemerken, wie fahrlässig es ist, die Stellungseinschätzung nach Erspähen der einen offensichtlichen Idee abzubrechen. Lasst also ab von der Hoffnung, hier einen ausgewogenen Turnierbericht zu lesen. Es folgt eine Wiedergabe des Geschehens, wie es sich von einer Ausbuchtung des Haufens aus anfühlt.

Es war also am 2. Weihnachtstage, als gegen 10:30 Uhr das Dunkel der grausten aller Vorzeiten wich und das Licht dieser, unserer Geschichte zu strahlen begann. Noch jetzt frage ich mich, ob über die mir verschlossenen Kanäle eine Partisanenkommunikation stattfand. In jedem Fall waren wir für unseren Teil vollständig, als Daniel in Neumark samt Weihnachtsgeschenk zustieg und fortan floss auch alles wieder reichlich über die mir vertrauten Kanäle. Erik fuchste sich geschwinden Schrittes durch verwinkelte Bahnhöfe; unsere unwahrscheinliche Kraft im Stemmen verschiedenster Gegenstände wurde bundesweit bewundert, wenngleich wir nicht spekulieren wollen, welchen Eindruck unser sonstiges Auftreten hinterließ. Hauptsache hoch pokern: „Das ist der Niklas, ich bin der Toni.“ Alles andere wäre ja auch unglaubwürdig.

Der Turnierverlauf hielt für uns abseits von Barfüßigkeit und Klabusterpils wenig Aufregung bereit. Es mittelte sich ziemlich viel heraus. Zwei individuelle Partien werden die Zeiten überdauern. Anfangs gab ich mich noch Überlegungen hin, mit welcher Roadmap aus jedem Kampf möglichst viele Mannschaftspunkte zu extrahieren sein mögen. Das erwies sich bald als unnötig, weil eigentlich nur aus Perspektive der Moral  strategische Entscheidungen anfielen. Die Kräfteverhältnisse schienen hingegen immer klar oder ließen sich zumindest nie durch Remisieren beeinflussen.

Baden-Baden war für den Auftakt gleich ein bisschen viel. Aber vielleicht ein positives Ergebnis im Unterhaus und dann hoffen, dass vorn noch etwas zusammenkommt? … Noch vor der Zeitkontrolle gingen die hinteren vier Bretter (6er-Mannschaften!) verloren und meine Hoffnungen ruhten darauf, dass ein Silberschweif die Stimmung auf akzeptablem Niveau hält. So wie es lief, kam ich wenigstens in den seltenen Genuss, freie Sicht auf die Spitzenbretter zu haben.  Die waren vom Gang so weit entfernt, dass ich üblicherweise Probleme hatte, die Materialverhältnisse abzuschätzen. Über das gesamte Turnier erfuhr ich von Daniels Punktaussichten deshalb oft nur gerüchteweise.

Im ersten Kampf hatte sein titelhungriger Gegner (2408) sehr früh eine Figur geben müssen, um genügend Unklarheiten auf dem Brett zu belassen, die ihm einen Sieg bescheren sollten. Daniel stellte sich dem Bauernmop gegenüber selbstbewusst auf und eine zeitlang schien es mir fernem Beobachter unklar, wie irgendeine Seite Fortschritte erzielen sollte. Als Daniels Gegner dennoch den Vorwärtsgang einlegte, kamen in mir Bedenken auf, irgendetwas Offensichtliches nicht verstanden zu haben. Das hielt an, bis Daniel eine Remisabwicklung ausließ und nun auch wir Kiebitze begriffen, dass er mit großen Schritten ritscheratsche dem Sieg entgegen eilte. Da zudem Erik seine Partie retten konnte, gingen wir zwar mit einer Niederlage, aber dennoch ganz guter Dinge aus der Auftaktrunde. Die FIDE sollte sich beeilen, endlich die Titel zu gewähren. Live-DWZ > 2000 – hallo?!

Die zweite Runde brachte uns mit Frankenthal die erste machbare Aufgabe und nach dem Aussetzen am Vormittag konnte man nun auch Lucas am Brett bestaunen – also theoretisch, denn ich sah ihn nicht spielen. Nach 9 Zügen war es vorbei mit dem ernsthaften Schach. Der Spieß von c5 über d4 nach g1 entschied die Sache zu unseren Gunsten. Oder war es etwa doch 32. … Dxc2? Als ich die Bretter zum ersten Mal in Augenschein nahm, konnte ich meinen Blick nicht von Tonis Brett lösen.

Stein, Daniel (1975) – Merkel, Toni (1783): Wo ist der d-Bauer geblieben?

Hatte sein Gegner seinen eigenen d-Bauern vom Brett gehustet? Wo soll der verloren gegangen sein? Die ernüchternde Auflösung gibt es hier.
Der Kampf war jedoch nicht entschieden. Das Gefeilsche um Remisgebote wurde mir mit dem trübseeligen „Na, mit einem Sieg wird das hier nichts mehr.“ vorgetragen. Zupass kam uns dann aber Huys Gegnerin, die ihm bei seinem einzigen Punktgewinn unterstützte. Daniel parierte vorn einen verkorksten Elfer und  machte damit unseren ersten Sieg sicher. Wie auch andere Mannschaften feststellen mussten, kann man erst aufatmen, nachdem man Frankthal hinter sich gelassen hat. Nur gut, dass Niklas seine Nase am Zwinger trainiert.

Die Dinge entwickelten sich nun prächtig – zumindest habe ich mir das sagen lassen, denn ich trat jetzt erstmal in den Hintergrund. Die Idee mit dem Bootcamp stellte sich schon am ersten Abend als recht unpraktikabel heraus. Glücksspiele wurden im linksrheinischen Düsseldorf sowieso nicht gern gesehen, insbesondere dann nicht, wenn man trotz Königs-Halbem aus der Runde fliegt. Stattdessen gab es den Switch zum Unglücksspiel „Die Herberge zur Sägemühle“. Mürrisch fauchte ich mich in den Morgen und als die Stimme versagte, ging ich zum Klopfen an der Bettkante über. Und doch ließ sich der Schichtbetrieb kaum länger als 2 Minuten aus dem Takt bringen.

Liegend freute mich auf die Runden: Sollen die Jungs nur spielen, ich arbeite währenddessen an meiner Konstitution. Das ging ganz gut und die Stimmung erhellte sich, bis die finster illernden Logistikgeister aus der vertrieben geglaubten Vorzeit ihren Weg nach Düsseldorf fanden. Nach dem unerwartet sauberen Sieg gegen Lippstadt wollte niemand gegen Coswig pausieren. „Ich mach’s schon, wenn die Mannschaft das will.“ Doch wer soll sich schon bemüßigt fühlen, dieses Wollen zu verbalisieren? Vom Schlaf gezeichnet nahm ich mein Zeichengerät zur Hand, zeichnete die Namen der safe Gesetzten ins Protokoll und verfolgte schlafdelierend dem Stand der Diskussion. OK, Huy spielt, Lucas nicht, Unterschrift. Und doch mogelte sich Lucas irgendwie auf den Meldungszettel, weil man halt doch das schreibt, an was man gerade denkt.

Was bin ich froh, dass dieser Aussetzer ohne Folgen blieb. Lucas gewann seine Partie ohne Probleme und Daniel ist zu wohl erzogen, als dass er mir Vorhaltungen machen würde. Ich wurde noch Zeuge des seltsam leichtfüßigen Sieges von Niklas, vernahm wohlwollend die Berichte vom ersten Brett und freute mich nach Zählung der Damen auf Eriks Brett. Huy hingegen hätte mit der Partie gegen seine Gegnerin noch einen Tag warten sollen. Toni stand schwierig, aber aufgrund der anderen Bretter machte ich mir wenig Sorgen als ich zum Verwandtenbesuch aufbrach. Der späte Anruf brachte die Ernüchterung: „Ach! Nur Unentschieden! Spreche ihn besser nicht drauf an.“ Tue ich auch jetzt nicht, obwohl die Partie mehr mit Schach zu tun hatte als vieles, was sonst so in meiner Sichtweite lag.

Auch in Hinblick auf den weiteren Turnierverlauf kann man dem Ergebnis gegen Coswig wenig Positives abgewinnen. Obwohl uns dieser eine Mannschaftspunkt geklaut wurde, mussten wir jetzt mit angeschlagener Moral gegen Hamburg ran. Bemerkenswert war eigentlich nur, dass Daniel hier sein einziges Turnierei abholte. Gegen Halle in der Vorschlussrunde war er dann wieder auf dem Posten, aber nach Einschlägen an Brett 4 und 5 war auch hier nichts mehr zu holen. Niklas erreichte eine sehr seltsame Stellung, in der ihm nicht nur Material fehlte, sondern auch noch die Möglichkeit, irgendetwas zu drohen. Und dennoch musste sein Gegner nun schon sehr tief in die Schlucht greifen, um neue Ideen zu generieren. Er fischte dabei aber allerdings erfolgreich.

Diese Doppelniederlage hätte bei vielen Mannschaften wohl die Spritzigkeit des letzten Abends gebrochen. Wir fanden jedoch bald Trost. Die einen beim Entsaften, die anderen bei der Guiness-Schorle. Es dauerte nicht lang und wir wurden wieder lauter als die Bayern. Der Schnauzer heiratete die gewichtige Zunge, das Komitee zur Erstellung des Regelbuches ging mit dem Gedanken schwanger, auch dem Kartenspielen ein strenges Zeitregiment aufzuerlegen. Der Süßwasserfisch laichte, seinen Kopf gehüllt im imposantesten Balzkleid. Der blasse Drache züngelte an den Fließen und erfuhr die Gewalt der Fliehkraft in der Backe. Wieder mal blieb es Daniel überlassen, allen zu zeigen, wie man es richtig macht, während die Ohrenzeugen sich wohlgefällig in den Schlaf grinsten. Nein, ein sächsisches Team wird von solchen Dämonen nicht heimgesucht, deren Austreibung wir so oft einstudiert haben, dass wir sie auch nachts um drei manisch performen können. Und doch war allein die Lösung der Lippstädter gefragt.

Wir schlossen mit einem hohen, aber belanglosen Sieg gegen Darmstadt, nahmen Tobi in Empfang und genossen Düfte des Döners – gleichzeitig vor und nachdem dieser seiner natürlichen Bestimmung zugeführt wurde. Wer es schafft, Schlüssel aus Briefkästen zu fingern, ist nicht länger mehr auf Türklinken angewiesen.

Beim Böhmen erreichte uns die Lebensberatung, diesmal aus scheinbar qualifizierter Quelle, gleichzeitig mit dem Smiley. Die Düsseldorfer Organisation der Konsumentenversorgung erwies sich danach als inkompatibel mit unserem unbeschwerten Ansatz. Auch die Feier in der Brücke war zu cool für uns.

Die Siegerehrung war da schon lange vorbei. Die 7:7 Mannschafts- und 20:22 Brettpunkte gehen insbesondere bei Berücksichtigung des Vorjahrs in Ordnung. Mir wollte immer scheinen, dass sich das Niveau mancher Spielanlage mit wenig Aufwand spürbar hätte verbessern lassen. Aber wie gesagt, war das Mannschaftsergebnis eigentlich immer zu deutlich, als dass es an einzelnen Partien gelegen hätte.

Der Zug erreichte den oberen Bahnhof am Neujahrstag 23:30 Uhr. Der Haufen durchlief seine Paradoxie rückwärts; der Lehrer trollte sich des nachts noch – sicher lachend – in den Remishafen; das Licht der Geschichte erlosch und das Tohuwabu nahm mit einem breiten Grinsen wieder Platz. So war es. So wird es sein.


DVM U20 und DVM U14

Der SK König Plauen hat sich wieder in zwei Altersklassen für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. In Düsseldorf (U20) und Verden (U14) kämpfen unsere Recken um Medaillen.

U14 (Platz 11, 6:8 Punkte):
(1) SK König Plauen (1652) – SV Dresden-Striesen (1370) 2,5:1,5
(2) SV Empor Berlin (1797) – SK König Plauen (1652) 2:2
(3) SK König Plauen (1652) – Biebertaler SF (1700) 2,5:1,5
(4) Reideburger SV 90 (1958) – SK König Plauen (1652) 3:1
(5) Hamburger SK (1792) – SK König Plauen (1652) 2,5:1,5
(6) SK König Plauen (1652) – SF Katernberg (1599) 2:2
(7) SK König Plauen (1652) – SF HN-Biberach (1562) 1:3

U20 (Platz 11, 7:7 Punkte):
(1) SK König Plauen (1902) – OSG Baden-Baden (2102) 1,5:4,5
(2) SK Frankenthal (1805) – SK König Plauen (1902) 2,5:3,5
(3) SK König Plauen (1902) – LSV Turm Lippstadt (1951) 4:2
(4) TuS Coswig (1892) – SK König Plauen (1902) 3:3
(5) Hamburger SK (2189) – SK König Plauen (1902) 5:1
(6) SK König Plauen (1902) – USV Halle (1998) 1,5:4,5
(7) Schachforum Darmstadt (1613) – SK König Plauen (1902) 0,5:5,5


54. Kirchberger Neujahrsblitz 2017

Zwischen Gänsekeule und Böllern machten sich drei wackere Plauener auf zur 54. Auflage des traditionsreichen Neujahrsturniers. Ausrichter seit 2014 sind die Schachfreunde vom Zwickauer SC um Turnierleiter Lutz Faber, welche das Turnier vom leider nicht mehr existenten Kirchberger Schachverein weiterführten.  Qualität und Quantität des Teilnehmerfeldes reichten leider nicht an frühere Auflagen heran, wohl der Tatsache geschuldet, dass zeitgleich in Leipzig und Erfurt ebenso lukrative Turniere ausgetragen wurden. Auf den Spitzenplätzen tummelten sich vor der lokalen Prominenz ein Pulk von Gästen aus Tschechien, hierbei konnte der Karlsbader FM Soukup das beste Resultat vorweisen. Unser Landesklassen Spitzenbrett Edwin Fischer hatte nicht den besten Tag, verpasste das A-Finale knapp, im Finale B musste er letztlich mit dem undankbaren 4. Platz vorlieb nehmen.  Sein Sachpreis, eine große Flasche mit goldenem Etikett, hat die Zugfahrt nach Chemnitz sicher nicht ungeöffnet überstanden!? Das Plauener Breitenschach vertraten Steffen Bork und Elmer Pekrul, welche beide im Finale C einkamen. Elmer landete mit Platz drei im Preisgeld und Steffen konnte sich achtbar auf Rang zehn behaupten, wobei er einigen deutlich höher dotierten Spielern Punkte abknöpfen konnte, für mehr fehlten manchmal nur Sekunden um die gut geführten Partien auch in zählbares umzusetzen.

Steffen hoch konzentriert gegen das Auer Urgestein Anton Keller

Edwin, hier zweiter Sieger gegen den Lichtentanner Jörg Baierl


U 14 Bezirksmannschaftsmeisterschaft in Flöha

Mit zwei Mannschaften startete der SK König Plauen am Wochenende zu den Titelkämpfen der U 14 in der „Alten Baumwolle“ zu Flöha. Die Niederwiesaer Schachfreunde um den Ex Plauener Rene‘ Kindt und Tom Zimmermann boten wie in den Vorjahren vorzügliche Rahmenbedingungen. Leider verloren sich nur ganze zwölf Mannschaften aus sieben Vereinen im komfortablen Spielsaal, quantitativ hat die Meisterschaft dieser Altersklasse vor Jahren schon bedeutend bessere Zeiten erlebt.

Als Titelverteidiger ging unser erstes Team ins Rennen, allerdings waren in Anbetracht der Gegnerschaft aus Wilkau-Haßlau und Chemnitz und des kurzfristigen Ausfalls unseres derzeit besten U 14 Spielers Liam Ertl die Erwartungshaltung eher optimistisch den euphorisch. Mit 9:5 Mannschaftspunkten und Platz vier wurde letztlich das Minimalziel Qualifikation zur Sachsenmeisterschaft erreicht. Gekämpft hat unser Quartett zweifellos aber irgendwie fehlte die Lockerheit an diesem Wochenende, mit anstrengenden sechs Turnierpartien in zwei Tagen.  Richard Melitzki 2,5/7, Reinhard Atze 4/7, Florian Elstner 5/7 und Clemens Deiters 2,5/6 erzielten die Punkte für Team I.

Unsere zweite Mannschaft um den gut aufgelegten Sid Gerber, 3,5/6 am Spitzenbrett belegte sehr unglücklich aber mit beachtenswerter Leistung Platz 11. Im Finaldurchgang hätte im Showdown mit den Lengefeldern ein durchaus möglicher Mannschaftssieg im Endklassement Platz fünf oder sechs bedeuten können, leider wurde knapp mit 1,5:2,5 verloren. Marwin Bühring 3,5/6, Jona Costa da Silva 2/6 und Caio Costa da Silva 3/6 erzielten die weiteren Punkte für unser junges Perspektivteam.

Übernachtet haben wir wieder in der gemütlichen Sportjugendherberge in Flöha, am Abend gab es gemeinsam mit der U 14 aus Aue einen Tandemnachschlag und diverse Kartenspielsessions.

Im Januar 2018 kämpfen dann unsere Mannschaften in den Altersklassen U12 (in Lengefeld) und U10 (in Chemnitz) um Titelehren und mögliche Qualifikationsplätze zur Sachsenmannschaftsmeisterschaft.

Florian und Clemens, im Hintergrund gibt Jugend-Bezirksspielleiter Rainer Kutscha letzte Anweisungen im Ersatzspielerturnier

Team I – Richard, Reinhard, Florian und Clemens

Team II – Caio, Jona, Marwin und Sid

Foto’s: Burkhard Atze


„Wichteltandem“ in der Karl Marx Schule

Zum Jahresausklang fand am vergangenen Freitag für unsere jüngsten Vereinsmitglieder eine kleine Feier statt. Bei Kakao, Kinderpunsch, Plätzchen und Pfefferkuchen wurden die „Tandemwichtel 2017“ gekürt. Präsident Matthias Paul absolvierte mit unseren kleinsten Knirpsen eine Trainingslektion. Schiedsrichter Burkhard Atze leitete stimmgewaltig unser Turnier, es wuselte im Speiseraum der Karl Marx Schule, auch viele Schacheltern waren mit von der Partie, vom Kindergartenkind bis zur Altersklasse U16 war alles vertreten. Ein besonderes Turnier – Ein besonderer Modus, jeder suchte sich den liebsten Partner für das Turnier, die Chancengleichheit wurde durch das erste Wertungskriterium DWZ – Zuwachs für alle Teilnehmer gewahrt. Gespielt wurden fünf Minuten Blitzpartien, die aus dem Feld geschlagenen Figuren durften auf dem Nachbarbrett wieder eingesetzt werden, Tabu war allerdings die gegnerische Grundreihe und natürlich „ohne Brunnen“.    Strahlende Sieger wurden unangefochten Sid Gerber und „Schachmama“ Stephanie Akladius (besser bekannt unter Ihrem Mädchennamen Valtin), die Schulfreunde Clemens Deiters und Jona Costa da Silva freuten sich als Vizewichtel, Platz drei belgten Emre Gökcen und Tom Hai Dang. Beste Tandemzocker aber nur „Sieger der Herzen“ wurde das Duo Nico Hörkner und Reinhard Atze, welche die Konkurenz zwar zu Null in Grund und Boden spielten, aber für eine Platzierung auf dem Treppchen war ihr DWZ Schnitt und somit die Gewinnerwartung einfach zu hoch.

Liebe Kinder, Jugendliche, Eltern und Übungsleiter, vielen Dank für ein spannendes und erfolgreiches Schachjahr 2017. Drücken wir zum Jahresende unseren Mannschaften zu den Deutschen Meisterschaften vom 26.12.-30.12.  in Verden (Aller) U14 und in Düsseldorf U20 gemeinsam die Daumen. Über die Ergebnisse unserer Teams informiert die Deutsche Schachjugend unter www.deutsche-schachjugend.de/2017/dvm/

Der SK König Plauen wünscht allen Mitgliedern und Freunden des Vereins frohe Weihnachten.

Auf ein Neues 2018!!!!

Foto’s: Burkhard Atze und Elmer Pekrul

 


5. Punktspielrunde am 10.12.17

Sechs Teams waren am Wochenende im Einsatz, herausgekommen sind 6:6 Punkte. I.,II.,III. gewannen, die IV.,V.,VII. verloren ihre Wettkämpfe.
III.TEAM: ein klarer 5,5:2,5 Sieg gegen einen der beiden Titelaspiranten Blumenau und sollte sich AUE einen Ausrutscher leisten, ist die III. ihnen weiterhin auf den Fersen.
Siege erzielten M.Schaarschmidt, L. Graf, A. Götz, T. Nicklaus, M. Tunger, N. Hörkner willigte ins Remis ein. M. Fuß und H. Pecht verloren ihre Partie.
IV.TEAM: ein sicher geglaubtes Unentschieden ging noch ins Nirvana, aber es sind noch vier Runden gegen die hinter uns liegenden Gegner. D. Rößler, K. Binh u. L. Nguyen steuerten
in der Summe drei Punkte bei. P. Luban kam über ein Remis nicht hinaus, Huy Duc, Fr. Gerbeth, N. Süß und U. Seyffert konnten der Mannschaft nicht helfen.
V.TEAM: wieder 3,5:4,5 knapp u. tragisch verloren, insgesamt hat die V. 17 Brettpunkte, 1 MP und ist damit Letzter. Zum Vergleich- die IV. hat ebenfalls 17 Brettpunkte, hat drei MP und ist 7-8. Es wird schwer aber wer weiß ……. . Chr. Böttger, U. Hörning ein Punkt, S. Degenkolb, G. Valtin, H. Sandner jeweils 0,5 Pkt. und J. Bandt, St. Bork, L. Wagner verlieren ihre Partien.
VII.TEAM: Elmers KIGA verlor bei Treuen II. 2,5:5,5. Elmer Brett lies man einfach frei, kampflos. R. Melitzkis Festung hielt, Remis.
Danach konnte nur noch M. Nguyen eine starke Partie u. Punkt hinzufügen. Alle anderen konnten nichts beisteuern und verloren.
21. Januar findet die nächste Punktspielrunde statt an der ALLE sieben Teams auflaufen !


Team II – Sieg oder Remis – die Sicht eines Kiebitz

Es ist wie so oft, die bloße Ansicht des Ergebnisses lässt nicht den Hauch von Dramatik vermuten, denn als Tabellenführer sollte die Auswärtsaufgabe beim Tabellenletzten eigentlich einer Pflicht  gleichen.

Als Erster hatte ihr Autor nach fehlerfreier Leistung seine Partie beendet. Praktisch alles gesehen und (im Nachgang bewertet) niemals mehr als 0,2 Silikonpunkte pro Zug eingebüßt. Was wie eine weltmeisterliche Bilanz klingt, hatte das Problem,  dass der Stellung einfach die Komplexität fehlte, um aus der 300 Punkt Wertzahldifferenz mit den meinigen Waffen irgendwie noch Kapital zu schlagen und so musste ich die mir per MEGA-Spickzettel gestellte Frage

selbstkritisch und kleinlaut beantworten. So ein Frevel bleibt natürlich nicht ungesühnt und so musste ich Ersten lange warten und Zweitens aber auch noch als Kiebitz sehr leiden.

Hochzufrieden konnte man mit der Ersatzspielerbank an jenem Tage sein. Tobias Franz an 7 gewann praktisch aus der Eröffnung heraus und Toni Merkel an Brett 6 zerdrückte seinen Gegner im Springer-Damenendspiel. Alles schien gut zu werden, jedoch weit gefehlt.

Nach ca. 3,5 Stunden machte ich mich beim Stande von 2,5:0,5 wieder tiefenentspannt auf eine Kiebitzrunde. Daniel Helmrich hatte an Brett 8 nach bisher sauberer Leistung gerade einen kurzen strategischen Wackler, bei dem sein Gegner praktisch mit einem Zug sein Läuferpaar völlig töten kann, ohne dass irgendein Hebel in Sicht war. Naja, dachte ich mir, nicht so schlimm. Weiter an Brett 4, klar war bei Christof Beyer das Brett noch voll, das war es aber auch schon an positiven Aspekten. Weiter an Brett 3, Mannschaftsleiter Erik Fischer machte sich hier gerade auf, die Festung seines Gegners zu knacken, jedoch hatte ich so meine Zweifel ob der Methodik. Klar beim Stand von 3:4 müsste man so spielen aber hier, naja wird schon gut gehen, zur Not sind Turmendspiele immer Remis. Weiter am Brett 2. Hier löste sich Lion Pfeufers Angriff langsam in Luft auf. Sein Angriffsläufer, das einstige Prunkstück seiner Armada, diente nur noch als Notnagel des eigenen Bretterverschlages und wenn der eigene König einen gefühlten halben Meter von einem Bauernschutzwall entfernt steht, darf man sich als Kiebitz so seine Sorgen machen, naja weiter zu Brett 1. Aber auch hier war für mich nicht zu sehen, wie Edvin Fischers Königsangriff durchschlagen sollten. Ich dachte, ‚eigentlich würde ich langsam lieber schwarz nehmen‘.

Mein Kreislauf war nun endgültig in Schwung, Herzschlag und Blutdruck stiegen. Unruhig und hastig machte ich mich auf den Rückweg. Bei Lion an 2 verweilte ich nur kurz, ohne mehr Gefallen an seiner Stellung zu finden. Weiter zu Erik an Brett 3, alles was auf die Schnelle zu berechnen war, sah mindestens gut für den Gegner aus. ‚Meine Güte, was passiert hier?‘ Weiter an Brett 4, wo Christof nun mit Minusqualität und ohne Zeit dastand. Wenigstens vergeudet man im 30-Sekunden-Praggnanandhaa-Modus keine Zeit, darüber nachzudenken, einfach aufzugeben. Ja und an 8, wenigstens hier hatte sich Daniels Läuferpaar gegen das gegnerische Springerpaar getauscht und das entstehende Doppelturmendspiel sollte irgendwie Remis enden.

Völlig zerstört sank ich in meinen Stuhl und versuchte mich in elementarer Mathematik, 2,5 + 0,5 + 0,5 = Mist ! Die egozentrische Tiernamensfindung verlief auch nicht wirklich zufriedenstellen, als die Schachgöttin sich uns zuwandte und das mit voller Wucht. Eriks Gegner hatte sich an 3 soeben für den einfachsten Gewinnweg entschieden, der „leider“ den mächtigen Haken hatte, dass das entstehende Bauernendspiel durch Zugzwang sogar verloren war und auch Daniels Gegner an 8 hatte eine eher suizidale Turmendspieltechnik an den Tag gelegt, was den Mannschaftssieg für uns bedeutete. Dass dann auch noch Christof von den Scheintoten erwachte und seinen Gegner noch austrickste und auch Lion an 2 irgendwie ein Remis erreichte, war uns fast schon peinlich. Jedenfalls durfte Edvin Fischer an Brett 1 nach solider Leistung und fast 6 Stunden Spiel bei leerem Brett, das Remis zum Gesamtstand von 6,5 : 1,5 unterzeichnen.

Ich frage mich, wie manche sowas gerne Aushalten. Ich jedenfalls habe mir fest vorgenommen, mich beim nächsten Punktspielsonntag, wieder im Schachspielen zu versuchen.