Einen erwartungsgemäßen Eierlauf hat gestern die I. Mannschaft in Dresden hingelegt. Während die Plauener Großmeister zu Saisonbeginn noch geschont wurden, boten die Landeshauptstädter ihre bundesligaerfahrene Stammbesetzung auf. Obwohl selbst unser Unterhaus die Eröffnungsphase ungewöhnlich gut überstand, setzte sich im weiteren Turnierverlauf die Elostärke der Dresdener durch. Zu ehrenrettenden Remisen kamen Thomas Espig am achten, Christof Beyer am vierten und Lutz Espig am Spitzenbrett, der aufgrund der Großwetterlage für seine Rauchgänge vom Gastgeber einen Schirm gestellt bekam. Roland Pfretzschner bot hingegen Altmeister Uhlmann in einem schwierigen Endspiel die Möglichkeit, all seine Erfahrung auszuspielen. Von dieser hätte wohl auch Mathias Paul profitiert, der zum Schluss seiner Partie einen recht unglücklichen Bauernzug einflochte. Die übrigen Partien gingen recht deutlich verloren. Nach dem ersten Spieltag finden sich die Plauener mit nur 1,5 Brettpunkten am Tabellenende wieder, wobei die wichtigen Schlachten noch zu schlagen sind.
Peter Luban gewinnt Wettbewerb um Wendedenkmal
Zwanzig Jahre nach der friedlichen Revolution, die das Ende der DDR einläutete, wurden die Diskussionen um mögliche Denkmäler nicht minder emotional geführt. Ausgerechnet in Plauen, wo die Demonstrationen gegen die SED ihren Anfang nahmen, nahm der Wettbewerb um das Wendedenkmal zeitweise groteske Züge an. Nachdem die eingereichten Modelle lange im Internet und später auch in der Stadtgalerie zur Abstimmung standen, musste sich die Jury letztlich dem Willen der Bürger beugen und dem Entwurf Peter Lubans – einer bronzenen Kerze von später drei Meter Höhe – den Zuschlag geben. Dieser hatte das Votum mit großem Abstand gewonnen und wird nun bis zum 21. Jahrestag am 7.10.2010 vom Rößnitzer Künstler umgesetzt. Von der überregionalen Bedeutung dieses Denkmals zeugte auch der Besuch von Bundespräsident Horst Köhler.

Peter Luban ist inzwischen weiten Teilen der Plauener Bevölkerung persönlich bekannt, sei es als Schachspieler und Nachwuchstrainer, Lehrer am BSZ e.o. plauen, Gründungsmitglieder der Plauener Grünen oder Gesteinsabbaugegner, besonders aber als kompetenter Künstler. Vor allem die von ihm gestalteten Brunnen am Plauener Klostermarkt, in Oelsnitz und erst kürzlich in Elsterberg sind auf durchweg positives Echo gestoßen. Mit dem Bau des Plauener Wendedenkmals wird Peter Luban ein Mahnmal gegen das Vergessen schaffen und damit sich und der Stadt hoffentlich ein Geschenk für die Ewigkeit machen.

8. Einsiedler Brauhaus-Cup
Lutz Espig hat mit seinem 4. Platz beim 8. Einsiedler Brauhaus-Cup ansehnliche 400 EUR Preisgeld eingestrichen. Der Plauener Großmeister kam auf 4 Siege und 3 Remisen und musste nur dem Mainzer Zigurds Lanka, dem Erfurter Elo-Favoriten Thomas Luther und dem überraschend starken Jung-FM Florian Wagner von NT Nürnberg den Vortritt lassen.
Zweitbester Plauener wurde Bruder Thomas Espig, der bei 4 aus 7 aber etwas unter seinen Möglichkeiten blieb. Matthias Hörr, nach 5 Runden Wertungsbester mit 3,5 Punkten wurde diesen Titel bis zum Turnierende nicht mehr los, wird aber dank der Remisen gegen IM Mathias Womacka, Gerd Lorenz und FM Paul Zwahr sowohl in der Elo als auch der DWZ minimal steigen. Christian Hörr kam ebenfalls auf 3,5 Zähler, ließ den großen Wurf aber aus. Tobias Franz zeigte sich bei 3 aus 7 leider erstaunlich uninspiriert.
Saisonauftakt in Klingenthal
Am Wochenende kam es zu einem Wiedersehen nach jahrzehntelanger Trennung:
Achim Buehnert und Christian Boettger spielten wieder gemeinsam in einer Mannschaft mit guten Ergebnissen. Insgesamt sah es jedoch nicht so rosig aus, wie ein Bericht von Steffen Bork zeigt.
Der Saisonstart ist leider misslungen, da die Klingenthaler mit 4,5 zu 3,5 gewannen. Es wurden 7x die Punkte geteilt (Hoerning, Dietzsch, Bork, Buehnert, Wagner, Seyffert und Boettger). Die einzige Niederlage musste Lars Hernla am 2. Brett einstecken. Aber der Kampf ging doch nicht so knapp aus wie die Papierform zeigt, denn das letzte Remis bekamen wir geschenkt. Die Partie von P. Dietzsch war nicht mehr zu retten und da Klingenthal mit dem Mannschaftssieg zufrieden war, willigte man ins Remis ein. Auch das Remis von U. Seyffert war sicher etwas gluecklich, denn er hatte einfach eine „Qualle“ weniger, aber sein Gegner war nicht in der Lage, wenigstens eine Linie zu oeffnen, was zum Sieg gereicht haette.
Das naechste Spiel gegen Treuen wird auch kein leichtes, aber wir sollten vielleicht nicht zu schnell den Remisweg waehlen, sondern bis zum Ende kaempfen und kommen so vielleicht einem Sieg naeher.
Steffen Bork
Punktspiele – 1. Runde
Heute wurde die SVS-Saison 2009/2010 endlich auch bei den Männermannschaften eröffnet. Für die II. Mannschaft geht es von Anfang an gegen den Abstieg. Beim 3:5 gegen Dresden-Leuben war man zwar nicht chancenlos, dennoch merkte man gleich, dass in der Sachsenliga ein ganz anderer Wind weht. Während Lion Pfeufer und Christof Beyer mit Schwarz zu Remisen kamen, konnten ausgerechnet die Ersatzmänner Thomas Espig und Christian Hörr volle Punkte einfahren. Ausgerechnet der Chemnitzer Student, der die gesamte letzte Saison sieglos geblieben war, holte mit einer kraftvollen Partie samt Mattangriff seinen ersten Sachsenligasieg.
Deutlich besser erging es der III. Mannschaft um Jochen Bandt, die in der Auftaktrunde lediglich mit dem Spiellokal Probleme hatte. Dank der freundlichen Unterstützung des Hotel Alexandra eroberte man dann im barocken Ambiente gleich die Tabellenführung. Beim 7:1 gegen Werdau (selbes Ergebnis wie im Vorjahr!) blieb nur ein Spieler sieglos, den wir hier nicht noch öffentlichen anprangern wollen.
Bei sieben Remis und einer Niederlage musste die Vierte zum Auftakt in Klingenthal ein 3,5:4,5 hinnehmen. Matchwinner auf Seiten der Grenzstädter war Klemens Stiller, der gegen Lars Hernla gewann.
Etwas überraschend kam die Niederlage von Team V gegen Empor West Zwickau. Nils Süß scheint am 1. Brett gleich Ambitionen auf mehr anzumelden. Dennoch blieb es am Ende bei einem deutlichen 2,5:5,5.
Lutz Espig in Nürnberg ohne Niederlage
Mit einer beeindruckenden Performance von 2591 hat nun auch Lutz Espig einen Saisoneinstand nach Maß gefeiert. Beim 6. LGA Premium Cup in Nürnberg blieb der Greizer in einem überaus starken Feld ohne Niederlage, landete am Ende aber als Wertungsbester mit 5 aus 7 knapp außerhalb der Preisgeldränge. Nachdem er in den ersten drei Runden u.a. gegen Gennadi Ginsburg gewann, folgten vier Remis, davon eines gegen den Jugendweltmeister Arik Braun und gegen Gerald Hertneck. Das Turnier gewann Thomas Luther vor dem Ex-Plauener Klaus Bischoff und Romuald Mainka.
U20-Team mit Auftaktniederlage
Seit Jahren gibt es aus der Sachsenjugendliga für unseren Verein wenig Gutes zu berichten und auch der Auftakt in die neue Saison wurde den Plauenern vom klar favorisierten SC Leipzig-Gohlis verhagelt. Zwar konnten Stephan Meyer und Ersatzmann Nils Süß an den Brettern 5 und 6 punkten, mehr Zählbares gab es in der Messestadt jedoch nicht zu holen.
Mit der kampflosen Niederlage von Hashem Schweiger reiht sich der SK König in die inzwischen lange Liste derer ein, die es nicht zustande bringen (wollen?), eine komplette Mannschaft an den Start zu bringen. Auch Grimma und Wilkau-Haßlau traten in dieser 1. Runde nur zu fünft an. Die gesamte Sachsenliga U20 krankt schon länger an der offensichtlich grassierenden Unlust, konkurrenzfähig aufzutreten und dafür auch längere (?) Reisen zum Sonntagmorgen in Kauf zu nehmen. Kaum vorstellbar, dass der SK König ausgerechnet 2003 in dieser Liga Sachsenmeister wurde – in einer Saison, in der gut und gerne vier sächsische Mannschaften zu den Top 10 in Deutschland gezählt werden konnten.
Alexander Graf mit Weltklasse-Performance
Was für ein toller Einstand! Neuzugang Alexander Graf hat sein erstes Turnier im Plauener Trikot gleich mit einer beeindruckenden Leistung gewonnen. Beim 18. Schachopen im thüringischen Apolda erzielte Alexander 6½ aus 7 und erreichte dabei eine Elo-Performance von 2741. Dabei ließ er keinen geringeren als den Erfurter GM Thomas Luther und den in Sachsen bestens bekannten IM Davit Lobzhanidze hinter sich.
Mannschaftsaufstellungen
Der 1. September ist traditionell die Deadline für die Meldung der Männermannschaften. Und hier sind sie nun:
Team I – 2. Bundesliga Ost
1. GM Tomasz Markowski (2621)
2. GM Alexander Graf (2552)
3. GM Viktor Gavrikov (2484)
4. GM Jacek Gdanksi (2481)
5. GM Lutz Espig (2326)
6. FM Sven Schaller (2257)
7. FM Michael Kuraszkiewicz (2242)
8. Tomas Zeleny (2074)
9. FM Roland Pfretzschner (2159)
10. Christof Beyer (2074)
11. Matthias Hörr (2036)
12. FM Gunter Sandner (2178)
13. Mathias Paul (2111)
14. Andreas Götz (2089)
15. FM Thomas Espig (2172)
16. Lion Pfeufer (2007)
Team II – Sachsenliga
1. FM Roland Pfretzschner (2169)
2. Lion Pfeufer (2007)
3. Matthias Hörr (2036)
4. Christof Beyer (2074)
5. Andreas Götz (2089)
6. Mathias Paul (2111)
7. Sergej Lozovoy (1990)
8. Etienne Engelhardt (1886 / ML)
Team III – Bezirksliga St. A
1. Frank Gerbeth (1836)
2. Daniel Butzke (1869)
3. Tobias Franz (1809)
4. Jochen Bandt (1932 / ML)
5. Robin Kamrla (1685)
6. Mario Tunger (1843)
7. Stephan Meyer (1667)
8. Peter Coburger (1567)
E. Hashem Schweiger (1732)
E. Sandra Meyer (1645)
Team IV – 1. Bezirksklasse St. C
1. Uwe Hörning (1703)
2. Heike Sandner (1723)
3. Lars Hernla (1764)
4. Peter Dietzsch (1650)
5. Steffen Bork (1701)
6. Joachim Bühnert (1834)
7. Lothar Wagner (1700)
8. Ulrich Seyffert (1565)
Team V – 2. Bezirksklasse St. B
1. Nils Süß (1672)
2. Toni Merkel (1520)
3. Peter Luban (1869 / ML)
4. Elmer Pekrul (1792)
5. Christian Setzpfandt (1666)
6. Jörg Wehder (1537)
7. Stephan Buschmann (1727)
8. Michael Hayn (1525)
E. Huy Duc Nguyen Dang (1286)
E. Binh Karl (1172)
E. Daniel Suhr (1071)
E. Tim Seyffert (866)
Bezirksliga Staffel A 2009/10 – ein kleiner Ausblick
Der SVS hat ja inzwischen die Staffeleinteilungen für die kommende Saison veröffentlicht und dank guter Leistungen im Vorjahr dürfen wir fünfmal zu Hause antreten. Auch bleiben uns stressige Auswärtstouren à la Cranzahl erspart, ein bequemer „Autobahnrutscher“ nach Chemnitz ist das Kilometer-Highlight der Saison. Ja und sonst? Ganz in Ruhe dürfen wir den Umbau unserer Mannschaft in Angriff nehmen, junge Spieler integrieren und einfach versuchen, mal ein bisschen ordentliches Schach auf’s Brett zu bringen. Mehr muss nicht sein, denn Waldkirchen hat uns galant mit dem Abstieg aus der 2. Landesklasse, wie allen anderen Teams auch, die Favouritenbürde abgenommen.
Inzwischen hat auch der Kader für Team III schon Konturen angenommen, aber die Brettreihenfolge wird bis September als TOP SECRET gehandelt. Das Gesamtmannschaftsalter könnte im dreistelligen Bereich sinken, und das Gerücht, Neuzugänge müssten ein Pflichtjahr in der Dritten absolvieren, dementiere ich hiermit nachdrücklich. Los geht es, und das ist ganz sicher, am 20.09. gegen den ESV Lok Werdau mit einer durchaus lösbaren Aufgabe. Und nun alle Termine:
1.Runde 20.09.2009 H ESV Lok Werdau
2.Runde 01.11.2009 A ESV Nickelhütte Aue III
3.Runde 29.11.2009 H SC Reichenbach
4.Runde 13.12.2009 H SG Waldkirchen
5.Runde 10.01.2010 A SV Muldental Wilkau-Haßlau III
6.Runde 24.01.2010 H SG CX Schwarzenberg
7.Runde 28.02.2010 A Zwickauer SC II
8.Runde 21.03.2010 H Post SV Crimmitschau
9.Runde 18.04.2010 A SV Eiche Reichenbrand II