BMI streicht Fördermittel für Schachsport – Reaktionen

Die Entscheidung des Bundesinnenministeriums von Dr. Thomas de Maizière, entgegen der Empfehlung des DOSB dem Schachsport sämtliche Fördermittel für den Leistungssport zu streichen, hat in der Schachwelt heftige Reaktionen ausgelöst. Mit der geradezu absurden Begründung, dem Schach fehle die „sportspezifische eigenmotorische Bewegung“ will das BMI nun die lächerliche Summe von 130.000 Euro pro Jahr einsparen. Dass aber beispielsweise durch die Betreuung (!) von 1700 Risikofans (!!) im Fußball für die Polizei jährlich Kosten in Höhe von 38 Millionen Euro entstehen, zeigt einerseits den Symbolcharakter, andererseits aber auch die Bigotterie dieser Maßnahme. In welcher Lebenswelt sind Minister und Staatssekretäre unterwegs, wenn sie ausgerechnet dem bildungs- und gemeinschaftsfördernden, behindertenfreundlichen und ganz gar friedlichen Schachspiel eine solche Geringschätzung entgegenbringen?

Angeführt wird der Protest von Chessbase-Redakteur André Schulz, der sich gerade bei schachpolitischen Themen oft nicht zu schade ist, offensiv seine Meinung zu vertreten. Auch die Plauener Nachwuchstrainer Frank Bicker und Peter Luban wendeten sich direkt mit flammenden Appellen an den Bundesinnenminister, der seinen Wahlkreis in Meißen hat – mit einem vorläufigen Teilerfolg: Wie die Freie Presse in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet, wird das Land Sachsen selbstverständlich an seiner finanziellen Unterstützung festhalten.

Investitionen in den Schachsport sind langfristige Anlagen und in der Regel ist die Rendite immaterieller Natur. Dafür gibt es leider nur selten politische Mehrheiten. Wo aber ist die Rendite bei der Betreuung von Risikofans? In einem aktuellen Interview im Unternehmer-Magazin „Impulse“ erklärt unter anderem unser Hauptsponsor Roman Krulich, warum er dennoch seit Jahren dem Schach die Treue hält. Selbst mit geringem monetären Einsatz ist dort viel zu gewinnen. Als ehemaligem Verteidigungsminister muss Herrn de Maizière so etwas doch eigentlich sympathisch sein.


6. Grundschulturnier des Vogtlandes

Am 3.Mai 2014 fand in der Weischlitzer Turnhalle, das 6.Grundschulturnier statt und unsere bisherige Bilanz im EINZEL und TEAM ist sehr gut.
Hier einmal die Reihenfolge der bisherigen Sieger: 1.Turnier- Rückert GS Plauen, 2.Turnier-GS Neumark/SC Reichenb., 3.+4.Turnier-Karl-Marx GS, 5.Turnier-GS Weischlitz/VSC und das jetzige sechste Turnier gewann wieder die Karl-Marx GS Plauen. Durch diesen Sieg ist die KM GS- 2015 wieder Ausrichter. Mittlerweile haben wir wieder in der KM-GS eine gute Basis und auch einen ausgezeichneten Kontakt zur Schulleitung!
Liam Ertl konnte in der 3.Klasse den 1.Platz belegen und das mit dem Rekordergebnis von 7/7 Pkt. und den 3.Platz belegte gleich noch Erion Leka 4/7 Pkt.. In der 1.Klasse belegte unser Justin Lorenz einen guten 3.Platz mit 5/7 Pkt. und Adrian Oehme belegte mit der gleichen Punktzahl den 2.Platz in der 2.Klasse. Diese vier Schüler errangen somit auch den Mannschaftswettbewerb für die Karl Marx GS/SKK. Aber auch unsere Montessori+Kuntzhöhe+Elsterberg GS mischten ordentlich mit und kamen im Mittelfeld ein. Insgesamt beteiligten sich 60 Kinder (etwas weniger wie voriges Jahr) und 17 Kinder kamen aus den Arbeitsgemeinschaften des SK König Plauen ( KMS 8x / Elsterberg 4x / Kuntzhöhe 4x / Montessori 2x). Besonders erfreulich aus vogtländischer Sicht, der 2.Platz der Lessing GS aus Treuen. Vielleicht gelingt den Treuener Schachfreunden mittelfristig eine Verjüngung ihres Vereins.

Siegerfoto v.l. Erion Leka, Liam Ertl, Sid Gerber, Andreas Götz, Justin Lorenz und Adrian Oehme


SEM in Sebnitz

Kurz nach Ostern setzte sich unser kleiner Tross mit 6+1 Teilnehmern in Bewegung, um der Kunstblumenstadt Sebnitz einen viertägigen Besuch abzustatten. Toni Merkel, Erik Fischer u. Binh Karl sollten uns in der U 18 vertreten. Die Hoffnungen in der U 14 trug Niklas Linnert u. unsere zwei „Kleinen“ Simon Burian u. Nico Hörkner wollten die U 12 aufmischen. Aus diesem Vorhaben wurde leider nichts u. irgendwie ging nach dem verpatzten Start fast nichts mehr. Aber die zwei verbleiben noch ein Jahr in dieser AK ! Niklas Linnert spielte ganz gut mit, wenn nicht das zu schnelle spielen wäre. Die drei Musketiere Toni, Erik u. Binh überzeugten mit ihrem Spiel, befanden sich immer in der Spitzengruppe u. fochten ihre Duelle mit den Besten aus. In der letzten Runde spielte Toni gegen die Nr. 1 – Hans Möhn (2250 DWZ) u. Erik gegen die Nr. 2 der Setzliste, um eine Medaille. Diese Hürde konnten sie noch nicht nehmen, dennoch war es für die drei ein gutes Turnier und vielleicht gelingt nächstes Jahr der große Wurf! Huy Duc war ebenfalls zum C-Trainer-Lehrgang mitgereist, welcher im kommenden Herbst abgeschlossen wird.

SEM2014


U 14 Team- eine weitere Erfolgsstory

Am letzten Sonnabend fand in Plauen eine der drei Zwischenrunden (Dresden u. Leipzig) zur Sächsischen Mannschaftsmeisterschaft statt. Aus den jeweils drei Zwischengruppen qualifizieren sich der I.+II. zur Endrunde. Diese Überkreuzvergleiche garantieren tatsächlich die stärksten sächsischen Teams im Finale. So kann es schon vorkommen, das einmal komplett kein Team aus einem Bezirk ins Finale kommt. Schon zur BMM in Flöha gelang unseren Vierer eine makellose Bilanz- 14:0 Pkt. und dies sollte sich weiter fortsetzen. So wurde die USG Chemnitz glatt mit 4:0 besiegt. Aber auch das Team der SG Leipzig I. ging mit 3,5:0,5 völlig unter. Nur gegen Dresden Striesen gab es ein knappes 2,5:1,5. Top Spieler in der Zwischenrunde war Timm Nicklaus der mit 2,5 Pkt. am 1.Brett brillierte. L.Ngyuen kam auf 1,5/3 und gegen N.Linnert u. L.Graf war kein Kraut gewachsen, jeder 3 Pkt.. Mittlerweile sieht der momentane Zwischenstand erfreulich aus: T.Nicklaus 6/10 – L. Ngyuen 7,5/10  – N.Linnert 9,5/10 – L.Graf  9,5/10. Die sechs übriggebliebenen Teams spielen am 12./13.Juli in Naunhof/b. Leipzig die Endrunde der Altersklasse U 14m aus: TUS Coswig 2/3,5 Pkt. – Annaberg 2/3,5 -Pkt.  – SKK  2/2,5 –  Dresden Striesen 0/1,5 Pkt.  – GW Leipzig 0/0,5 und Dresden Leuben 0/0,5 Pkt.  Eine beeindruckende Leistung und wir drücken für die Endrunde die Daumen!


Die Gunter-Sandner-Story: 400 Euro für einen Kasten Bier.

„Endlich!“, waberte es am Sonntagabend von Leipzig aus durch den Weltäther, als die Hoffnung der Schachfreunde Südost zur Gewissheit wurde, vorerst nicht mehr nach Plauen fahren zu müssen. Und so hatten die schmerzhaften Punktverluste von Michael Alf, Thomas Filipiak und Lutz Andreadakis schließlich doch noch ihr Gutes, denn der II. Mannschaft ist im vierten Versuch der Wiederaufstieg in die Sachsenliga gelungen und die Umstände hätten dramatischer nicht sein können.

Allem Anschein nach war sich Gunter Sandner nicht über alle Konsequenzen im Klaren, als er eine Runde zuvor im Turmendspiel die Brechstange auspackte und die gerade zugefallene Tür zur Aufstiegstreppe unter krachendem Beifall wieder aufstieß. Ein hässlicher und doch so leicht vermeidbarer Terminkonflikt deutete sich an, Diagramme wurden ausgetauscht, wechselseitig der Bauch gepinselt, Mitfahrgelegenheiten organisiert, Wetten angeboten und schließlich einmalig auf ein schönes Mannschaftsgesicht verzichtet. Im großen Saisonfinale gegen den Chemnitzer SC Aufbau sollte es nicht nur um den Aufstieg, sondern in erster Linie ums Prestige gehen. Und deshalb war Gunter als Wegbereiter selbstverständlich noch einmal mit dabei.

Auswärtsfan Tobias Franz konnte nach einem schnellen Remis zwischen Lion Pfeufer und David Möller die Plauener Führung durch Christof Beyer bejubeln, der gegen Peter Müller wie angekündigt eine Punktlandung für den längst überfälligen ersten Saisonsieg schaffte. Christian Hörr hatte nebenan unter windigen Umständen einen Bauern gewonnen, kam aber trotzdem nicht so recht aus der Defensive. Als dann erst der Bauer und etwas später gedankenverloren eine Figur und die Partie weggingen, wurde es schon brenzlig, weil gleichzeitig auch Olaf Hilbig unter dem Dauerdruck kapitulieren musste. Immerhin war erneut auf Matthias Hörr Verlass, der gegen Kay Kempe aus einer Igelstellung heraus erfolgreich kontern konnte.

Beim Stand von 2,5:2,5 waren in den drei verbliebenen Partien wenn überhaupt dann leichte Vorteile für die Chemnitzer zu erkennen, für den Aufstieg war aber ein Sieg erforderlich. Edwin Fischer gelang es trotz größter Mühe nicht, seine Serie fortzusetzen und hätte das Läuferendspiel wohl beinahe noch überzogen. Auch Andreas Götz konnte froh sein, dass Matthias Becker seinen Mehrbauern nicht verwerten wollte und ohne Not Remis anbot. Doch nur so konnten sich die Ereignisse aus der 8. Runde wiederholen und Gunters Heldengeschichte fortgeschrieben werden.

Gunter Sandner und General Zeit gegen Anne Czäczine.

Gunter Sandner und General Zeit gegen Anne Czäczine.

Der FIDE-Meister hatte gegen die ehemalige Deutsche Nachwuchsmeisterin Anne Czäczine wenig aus der Eröffnung herausholen können und stand um den 40. Zug herum schon bedenklich passiv. Gut möglich, dass die promovierte Ärztin hier noch auf Gewinn spielte und sich dabei in den Nuancen endloser Varianten verlor. Gunter hatte bald einen großen Zeitvorsprung und konnte sich mit ein paar Winkelzügen befreien, ohne die Stellung weiter zu vereinfachen. Mit sehenswerter Technik provozierte er erste kleine Schwächen und tauschte im richtigen Moment Läufer und Turm, sodass ein kompliziertes Springerendspiel entstand, das nun auch realistisches Gewinnpotential bot. Bei immer knapper werdender Bedenkzeit verlor die Chemnitzerin schließlich völlig den Faden und gab kurz vor 15 Uhr sichtlich geknickt auf. Dabei wird es wenig tröstend gewesen sein, dass die Mannschaftskollegen im Gegensatz zu den Gästen Grillgut und Bier besorgt hatten.

Eine solche Bierbesorgung steht nun für die Aufstiegsfeier noch aus. Gunter, dem im Überschwang unendlicher Dankbarkeit ein ganzer Kasten seiner Wahl angeboten wurde, hat sich mittlerweile für das Charakterbier „Andechser Bergbock Hell“ entschieden, das selbst im Münchner Schlaraffenland schwer zu finden ist, dem Vernehmen nach aber sein Geld wert sein soll. Wer letztlich für die Zeche aufkommt, entscheidet sich wohl erst im kommenden Jahr – je nachdem ob sich die „halbwilde“ Mannschaft dann in der Sachsenliga halten konnte oder „durchgewaschen“ wurde und postwendend wieder abgestiegen ist. In jedem Fall wird es viele Gelegenheiten geben, Gunters Kampfgeist nachzueifern und ihn damit um seinen stattlichen Wetteinsatz zu erleichtern. Packen wir’s an!


Abschlußrunde der III./IV./V.

Nach den Aufstiegsfeiern vergangener Jahre sind alle unsere Teams irgendwie an ihr Limit gekommen. Speziell die III./IV./V. haben fast geschlossen 8 Pkt. und auch die erreichten Platzierungen sind ähnlich ( III. 5.Pl/ 8 Pkt.- IV. 7.Pl./8.Pkt. u. die V. 5.Pl./9Pkt.) Selbst die Punktausbeute der Teams liegt um die 50% . Deren Revier liegt momentan in der 2.Lkl., Bez.Liga und 1.Bez.Klasse, also gut im Bezirk Chemnitz verteilt.
Mit dieser Punktausbeute hat die III. ihr Minimalziel erreicht. Nominell war unser junges Team die DWZ schlechteste Mannschaft in unserer 2.Lkl. Staffel und wäre demzufolge zum Abstieg verurteilt gewesen. Unsere jungen Wilden laufen mittlerweile, den drei in die Jahre gekommenen Chauffeuren, den Rang ab und nächstes Jahr steht das Oberhaus weit offen! Topspieler war mit 5,5Pkt/8Sp. J.Bandt gefolgt von Huy Duc 5/7, Binh K. 5/9 und T.Merkel 4/8. und auch die 2,5/8 von E.Fischer am 2.Brett recht ordentlich. Im letzten Spiel ging es noch um Platz vier oder fünf und wir verloren 3,5:4,5 in Annaberg. Hier holten die fünf Jungs drei Punkte (Huy Duc 1,T.Merkel, E.Fischer, Binh,K. – alle Remis u. nur Ng.Lukas verlor. J.Bandt konnte noch einen halben Zähler beisteuern.
Unsere IV. entwickelt sich zum Last Minute Spezialist und siegte punktgenau im letzten Spiel gegen Reichenbach mit 4,5:3,5. Somit wurde noch das rettende Ufer erreicht und in der nächsten Saison könnte eine kleine Verjüngung der Mannschaft zu neuer Stärke verhelfen. Bester Spieler war hier D.Rößler mit 5/8 Pkt.vor Chr. Böttger 5/8, L.Wagner 4/7 und U.Seyffert 3,5/5. Mit dem Level „Kückenaufzucht“ war die V. angetreten und so wurde die Nachwuchsförderung groß geschrieben und auch die  letzte Niederlage 3,5:4,5 gegen den diesjährigen Aufsteiger Klingenthal schmerzt nicht so sehr, denn es standen ja schon 9 Pkt. zu Buche. Insgesamt konnten die U 16/U14/12 Spieler 34 Einsätze bestreiten, fast die Hälfte der gesamten Partien. Im letzten Spiel kam Jörg Helmrich (früher mit Mathias Paul im Team) zu seinem Comeback nach 35 Jahren Spielabstinenz und gewann. T.Seyffert erzielte mit 4,5/8 ein achtbares Ergebnis, S.Barg 4,5/7, S.Burian 3/5, T. Nicklaus 2,5/5 , Lukas Ng. 3,5/5 konnten ebenfalls überzeugen.


III./IV./V. – 8.Runde

III.TEAM: durch das 4:4 gegen den Tabellenführer Aue III. konnte der Klassenerhalt vorzeitig gesichert werden und unseren jungen Hoffnungsträgern ist eine ordentliche Gegnerschaft 2014/15 sicher – an den Spitzenbrettern !?
IV.TEAM: 2,5:5,5 heißt die deutliche Niederlage gegen Rapid Chemnitz, dennoch sollte es in Reichenbach möglich sein, den Klassenerhalt zu sichern, zumal möglicherweise nur zwei Teams absteigen. Hier konnten nur die Ersatzleute punkten – Nils Süß
u. Tobias Franz. Dietmar Rößler erzielte ein gerechtes Remis.
V.TEAM: die eigentliche Überraschung, denn die V. sicherte sich mit einem Kantersieg von 6,5:1,5 die Klasse und strebt nach HÖHEREN. Die Adorfer hatten zudem auch wieder einmal Besetzungsprobleme ?! T. Seyffert, D. Butzke, N.Linnert gewannen, Remis spielten E.Pekrul, D.Suhr, NG. Lukas und U.Seyffert + D.Helmrich bekamen einen kampflosen Punkt zugesprochen ?!


Team II holt Big Point gegen Leipzig-Südost

Mit einem Kraftakt und einer ordentlichen Portion Dusel hat die II. Mannschaft das Landesklassenduell gegen Angstgegner Leipzig-Südost mit 4½:3½ gewonnen. Da Tabellenführer CSC Aufbau bei Turm Leipzig nur zu einem Unentschieden kam, kommt es nun in drei Wochen zum erhofften Endspiel um den Staffelsieg. Ein Plauener Erfolg in Chemnitz würde dann nach vielen vergeblichen Versuchen endlich zum Wiederaufstieg in die Sachsenliga berechtigen und der Abstand zur I. Mannschaft würde wie geplant von drei Ligen auf eine verringert werden.

Der Kampf begann verheißungsvoll, als Edwins Gegner nach der Zugfolge 1.d4 Sf6 2.Lg5 Se4 3.Lf4 e6 4.Sd2 meinte, auf f2 eine Figur opfern zu müssen. In dieser Konstellation funktioniert das wohl nicht mal in einer Bullet-Partie. Leider dauerte auch Lions Partie nicht lang. Der sonst recht solide spielende Wahllandshuter wurde von Jens Dechering direkt zerlegt. Auf ähnliche Weise, nämlich ohne nennenswerte Gegenwehr, ging auch Frank baden, aber zum Glück nutzte Olaf seinerseits den Anzugsvorteil zu einem schön herausgespielten Sieg.

Derweil hatte sich Christian wie schon so oft einen ordentlichen Vorteil erspielt, bei knapper Bedenkzeit übersah er aber den starken Konter Ta8-a1-h1, der schließlich nur im Dauerschach endete. Dabei wäre in der komplizierten Schlussstellung sogar ein Sieg für den Leipziger drin gewesen.  Auch Christof ist weiterhin auf Formsuche. Der Vorzeigetheoretiker ist in dieser Saison immer noch sieglos und liegt nun ligaübergreifend bei miserablen 1½ aus 7. Alles vergessen, wenn die Ausbeute im großen Finale wieder stimmt. 🙂

Beim Stand von 2½:3½ liefen noch die Partien von Gunter und Matthias, wobei ersterer ein völlig gleiches Turmendspiel und letzterer einen Mehrbauern mit gute Siegchancen hatte. Als sich die Kiebitze bereits mit einem 4:4 und dem Ende aller Aufstiegsträume abgefunden hatten, schaffte Gunter schließlich das Unmögliche. Wie seinerzeit 2010 bei Carlsen gegen Ponomariov wurde das vormals totremise Endspiel gegen Ende der sechsten Wettkampfstunde schlagartig kompliziert. Gegner Michael Alf war von diesem Tempowechsel derartig geschockt, dass er den halben Punkt wahrscheinlich sogar zweimal hergab. Auch am Brett 2 wurde es dramatisch, denn Thomas Filipiak hatte nach einem verzweifelten Qualitätsopfer plötzlich gute Aussichten auf Dauerschach. Irgendwie gelang es Matthias in der Hektik, alle Drohungen zu parieren und nach einem windigen Schlagabtausch schließlich seinen d-Freibauern zur Dame umzuwandeln. Game over!


BEM 2014 in Geyer

Die diesjährige BEM hat eine erfolgreiche Vorgeschichte: Bezirksmannschaftsmeister U 14m, Vize-BMM U 12m und die U 20 schickt sich an den 3.Platz in der U 20 Sachsenliga zu belegen (als Aufsteiger). Entsprechend waren die Erwartungen hoch und 3-5 Medaillen sollten es werden u. somit genauso viel Starter zur SEM. Natürlich gibt es wie überall in vielen kleineren Vereinen starke Einzelspieler, die ebenfalls für einen Treppenplatz gut genug sind. Am Ende wurden es 3x Edelmetall und 3x der 4.Platz usw.. Die Meisterschaft fand wie immer in der JH Geyer statt und den Weg in die sonst tief verschneite Waldherberge fanden insgesamt 118 Schüler (82m+36w). Das größte Kontingent stellte die USG Chemnitz mit 18 u. der SK König Plauen mit 17 Teilnehmer( sonst meistens 10 bis 12). Annaberg und Niederwiesa lagen mit 13 u. 12 Kindern etwas dahinter.

BEM Geyer - Königskinder (groß)

In der U 18 m gelang Binh Karl (5.Pkt.) ein deutlicher Start – Ziel Sieg und er war vom gepachteten ersten Brett nicht zu verdrängen. Dies trifft auch für Niklas Linnert (6Pkt.) zu, der den Titel schon zwei Runden zuvor inne hatte! Simon Burian belegte nach großen Kampf den 2.Platz in der U 12m. In der gleichen AK belegte Nico Hörkner den 4.Platz und auch dieser Platz berechtigt noch zur SEM. Eine ebenfalls medaillenreife Leistung zeigte Toni Merkel mit seinem 4.Platz, punktgleich mit dem 3.Platz, aber einen halben Wertungspunkt weniger. Erik Fischer kam auf dem 5.Platz ein u. Huy Duc wurde 6. .Dazu kommt das gute abschneiden von Daniel Helmrich/ 4.Platz in der U 16m, Liam Ertl/5.Platz in der U 10m. Toni, Erik, Daniel und Liam können sich am 15.März in Chemnitz noch über die letzte Qualifikationsrunde, um ein Ticket zur SEM bewerben und das gegen die Leipziger u. Dresdner Konkurrenz. Aber auch alle anderen, welche teilweise in ihren AK nächstes Jahr nochmal starten können haben erfolgreich gekämpft und werden nächstes Jahr versuchen um die Qualifikation zur SEM erfolgreich spielen. Hier seien Tim Seyffert, Daniel Suhr, Lukas Nuyen, Lucas Graf, Ludwig&Emma Müller, Timm Nicklaus  u. Alexander Bandt genannt. Komplettiert wird dieser Erfolg durch unserer Talentestützpunktpartner, dem SC Reichenbach: 2. Platz – Daniel Zähringer =U 16m und Jan Niklas Phenn= 2. Platz U 14m. Der VSC konnte zum sehr erfolgreichen abschneiden der vogtl. Starter einen 4.Platz durch Emelie Dietzel (U 12w) beisteuern.
Insgesamt lagen die USG Chemnitz/NH Aue u. der SK König Plauen mit jeweils drei Medaillen bei den männlichen Spielern gleichauf. Seid einiger Zeit wieder eine ansprechende Bilanz für den SKK u. unsere Vereins T-Shirt kamen auch rege zum Einsatz.


Feuchtadiabatisches Aufwärmen

„In der Mensa habe ich eigentlich Vollverpflegung erwartet, aber hier es gibt ja nicht mal einen Kaffeeautomaten.“

Günter Sobeck mochte zur Begrüßung schon gar nicht mehr von den „Gegnern“, sondern nur noch „Kontrahenten“ sprechen. Die ganze Nacht habe man sich vorbereitet, wahrscheinlich umsonst, bei so einer unerwartet starken Plauener Aufstellung. Was Sobeck nicht wissen konnte: Die Vorbereitung der Kontrahenten begann bereits am Freitagabend ganz in der Nähe des Spielortes und überdauerte den gesamten Samstag. Nachdem die bedauernswerte USG Chemnitz nun also sogar ihres Heimvorteils beraubt worden war, schien der Sieg im Prestigeduell der Reserveteams nur noch Formsache.

Am ehesten gewann die Partie von Christian Hörr an Fahrt. Er hatte sich relativ zügig mit der Dame bis nach a8 durchgebombt, musste für die Qualität aber auch langfristige Kompensation in Form eines starken Läuferpaars ertragen. Als am Horizont auch noch der Zeitabgrund auftauchte, wurde sicherheitshalber der Rettungsanker in Richtung Remishafen geworfen. Diesen Moment hatte Lars Hernla da leider schon verpasst, nachdem er gegen Altmeister Alfred Pfeiffer in bereits guter Stellung eine Figur einbüßte. Zur zwischenzeitlichen Chemnitzer Führung konnte schließlich nur noch Sobeck selbst einen halben Zähler beisteuern, weil er sich gegen Gunter Sandner lehrbuchmäßig einigeln konnte.

Olaf Hilbig trug seinerseits eine königsindische Lehrpartie gegen Ulrich Wünsch vor. Ein Bauer und zwei Qualitäten landeten auf dem Opfelaltar, wonach sich die Schachgöttin schließlich mit einem großartigen Finale erkenntlich zeigte. Weniger spektakulär ging es bei den Siegen von Lion Pfeufer und Tobias Franz zu, was die Leistung aber keinesfalls schmälern soll. Edwin Fischer hatte dagegen bei seinem vierten Sieg in Folge deutlich mehr Mühe und man darf jetzt schon gespannt sein, wie er sich nächstes Jahr ein paar Bretter weiter vorn schlägt.

Beim Stand von 5:2 hatte die Partie von Matthias Hörr gegen Stanislaw Azimov zum Glück einen abrupten Bedeutungsverlust erlitten. „Zum Glück“ weil Azimov seinen permanenten positionellen Druck schließlich in eine Mehrqualität materialisieren konnte. Den sicheren Sieg vor Augen und Matthias bereits im Blitzmodus, vernachlässigte Azimov die Deckung und ging durch einen Lucky Punch krachend und symbolträchtig zum 6:2 k.o. Kommenden Donnerstag wird dieselbe Paarung möglicherweise eine Vorentscheidung im Kampf um die Chemnitzer Stadtmeisterschaft bringen.

FM Azimov, Stanislaw (2031) – Hörr, Matthias (2141). 36.Dd4+ Kg8 37.Td1?? Auf den ersten Blick ein vernünftiger Zug, aber die Neuronen feuern unkontrolliert nach 37…Dg5+ 38.Kh3 Te4!–+ Der Rest ist dann Technik: 39.Dxe4 fxe4 40.fxe4 axb3 41.axb3 Sd7! 42.Tf1 Dh5+ 43.Kg3? Se5 0–1. Mit der Reihenfolge 36.Td1 Txd1 37.Dd4+ hätte es den van-Wely-Moment hingegen nicht geben können.