Alle Artikel von Jochen

Souverän zum Bezirksmeistertitel

U14 mit großem Vorsprung auf Platz 1

DWZ-Zahlen sind eben doch nicht die ganze Wahrheit, denn in der Setzliste vor Turnierbeginn fanden wir uns als Nr. 2. Wesentlich ausgeglichener präsentierte sich USG Chemnitz, die fast 100 Punkte mehr zu Buche stehen hatten. Da hatten wir „nur“ eine clevere Aufstellung, immense Kampfkraft und natürlich auch schachliches Können in die Waagschale zu werfen. Am ersten kompletten Wettkampf folgten dann auch die drei erwarteten Siege gegen Aue, den CSC Aufbau und den SV Markneukirchen. Und dann gab es da noch eine Riesenüberraschung: In der Besetzung Alhassan Al-Hrisat, Niklas Wiediker, Theo Winkler und Ben Grasse konnte unsere II. Mannschaft mit 2½:1½ gegen USG Chemnitz I gewinnen. Das war für Team I natürlich eine große Hilfe, führte man doch nun die Tabelle als alleiniger Spitzenreiter an. Am Sonntag folgte dann die Kür, einem ungefährdeten Sieg gegen USG II folgte das Duell gegen die I. Mannschaft der Chemnitzer. Garanten für das Unentschieden waren unsere Topscorer Maxim Melestean und Frida Winkler. Mit ihren Siegen sicherten sie das wichtige Unentschieden. Antonius Akladius hätte fast noch für den absoluten Matchpunkt sorgen können, verlor aber unglücklich. Den entscheidenden Punkt für den Bezirksmeistertitel holte er aber eine Runde später gegen Reichenbach doch. Eines klares 4:0 in diesem innervogtländischen Vergleich rundete das überaus gelungene Wettkampfwochenende ab. Neben den Goldmedaillen gewannen Maxim (Brett 1 6½/7) und Frida (Brett 3 7/7!!!) noch jeweils einen Preis als Brettbeste. Weiter geht es für die U14 im April, wenn wir als Vorrundengastgeber unseren Heimvorteil hoffentlich mit der Qualifikation für die Endrunde veredeln können.

Bezirksmeister U14: Maxim Melestean, Pepe Da Costa Silva, Antonius Akladius, Alhassan Al-Hrisat
Foto: Stephanie Akladius

Toll gekämpft hat auch die II. Mannschaft, ein echtes Perspektivteam. Zumeist mit jüngeren Spielern besetzt, wurden 4 Mannschaftspunkte erspielt und, wie bereits erwähnt, auch eine Superunterstützung für Team I. Herausragend natürlich Niklas Wiediker – am 2.Brett 5 Punkte sind aller Ehren wert und dürfte seine DWZ nahe an die 1300 katapultieren. Vielen Dank auch an alle Eltern für die unermüdlichen Fahrdienste und Unterstützung. Frohe Weihnachten und Guten Rutsch!


Vogtländischer VIZE-Herbstmeister

Team III sorgt weiterhin für Überraschungen

Da sitze ich hier an meinem Computer und kann mich an der Tabelle der 1. Landesklasse nicht satt sehen. Immer wieder traue ich meinen Augen nicht, aber es scheint wahr zu sein: Team III liegt auf Platz 2 und das immerhin mit dem gewaltigen Vorsprung eines halben Brettpunktes vor Team II. Wie es dazu kam, ist einfach erzählt, schließlich mussten wir ja „nur“ etwas höher gewinnen als die Zweite.

Allerdings waren die Aussichten auf diesen Coup im Vorfeld nicht allzu groß, schließlich spielte die nominelle Nummer 10 gegen die Nummer 1 der Liga (nach DWZ). Also lautete die Ansetzung vom Prinzip her Bayern München gegen den SV Darmstadt 98, wobei wir natürlich lieber der FC Saarbrücken (siehe auch Resultate DFB-Pokal 2.Runde) sein wollten. Ergebnistechnisch ging es gleich zur Sache. Der Neuschnee war noch nicht von den Schuhen getaut, da gab es am 5. Brett schon eine Punkteteilung: Bandt – Schulz, P. remis. Jetzt dauerte es wesentlich länger, bis die nächste Eintragung im Spielberichtsbogen folgte. Aber es war auch das logischste Ergebnis, denn am Spitzenbrett gab es den Klassiker Schaarschmidt gegen Schaarschmidt und der endete, wie kann es anders sein, natürlich ebenfalls unentschieden. Während sich viele Partien höchst interessant entwickelten, gab es bei Kyrillus ein bösen Erwachen. Anstatt den ziemlich sicheren Remishafen anzusteuern, wählte er die „Krawallvariante“, und musste nach einem taktischen Schlag des Gegners seine Bemühungen einstellen. Wilkau führte nun sogar 2:1, was sich aber ändern sollte – ziemlich schnell sogar. Für den Ausgleich sorgte Mario Tunger, bereits sein dritter Sieg in Folge. Und dann war Illia dran, wie immer spektakulär: Opfer auf f7 in eigener Zeitnot und dann im Stil von Michail Tal. Ob alles zu 100 Prozent korrekt war, werden die aufwendigen Analysen der nächsten Monate zeigen. Am 2. Brett bewies nun Maxim Melestean, das er den Anforderungen in der 1. Landesklasse längst gewachsen ist. Mal ausnahmsweise mit einer anderen Eröffnung unterwegs, musste er sich auch noch einer Gambitvariante erwehren. Diese Herausforderung hat er clever gemeistert, sensationelle 4 Punkte waren nun schon auf dem Mannschaftskonto. Ein Blick auf die beiden verbliebenen Partien ließ nichts gutes erahnen – für die Wilkauer. Der neue U18-Vogtlandmeister, Marwin Bühring, bestätigte seine gute Form und durfte sich als Matchwinner feiern lassen. Der Zwischenstand von 5:2 führte schließlich zu einer sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen am 4. Brett zwischen Ralph Schürer und Michael Fuß – remis.

5½:2½ – Das ist natürlich ein Traumergebnis und beschert uns neben dem, in der Überschrift erwähnten, inoffiziellen Titel weiterhin ein gutes Gefühl im Abstiegskampf. Ein Blick auf die heutigen Resultate beweist das, denn alle Mannschaften haben inzwischen gepunktet und keiner ist total abgeschlagen. Es bleibt spannend und schon das nächste Spiel ist immens wichtig. Und vielleicht können wir ja der II. beim aufsteigen helfen… (Wir müssen ja nicht alles selber machen!😊)


Vogtländische Meisterschaft 2023

Sicherlich war die höchst erfreuliche Teilnehmerzahl von 83 Kindern und Jugendlichen bei den diesjährigen Vogtländischen Meisterschaften kein neuer absoluter Rekord, trotzdem jedoch eine große Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Zumindest gibt es im Vogtland so gut wie keine pandemiebedingten Ausfälle mehr zu beklagen; in allen anderen Kreisen des Spielbezirks scheint das nicht so zu sein. Dort liegen die Teilnehmerzahlen deutlich unter denen, die wir verzeichnen können. Selbst Leipzig hat es nicht geschafft, das Vogtland zu übertreffen. Trotzdem gibt es auch hierzulande noch Reserven, denn drei Vereine (VfB Adorf, SV Rot Weiß Treuen, SG Waldkirchen) hatten überhaupt keine Teilnehmer am Start.

Rein sportlich gesehen lief es ganz gut für unsere Starter. Neben 7 Kreismeistertiteln gab es jede Menge Qualifikationsplätze für die Bezirksmeisterschaften. Auch sind einige Spielerinnen und Spieler durch ihre Vorjahresplatzierungen bei SEM und BEM in Geyer mit dabei und werden dort unsere zahlenmäßig große Delegation verstärken.

Hier nun alle Titelträger:

U8mU8W
Edvin HallbauervereinslosVanessa BerndtVSC Plauen 1952
U10mU10w
Konstantin WunderlichVSC Plauen 1952Meryem Naz ÖksüzSK König Plauen
U12mU12w
Luca DrechslerSK König PlauenMarie RahmigSK König Plauen
U14mU14w
Ben HärtelSC ReichenbachBui Ha My WieckowiczSK König Plauen
U16mU16w
Nico RühmerSK König PlauenFrida WinklerSK König Plauen
U18mU18w
Marwin BühringSK König PlauenJennifer AdamsVSC Plauen 1952

Es natürliche jede Menge weitere gute Resultate und Platzierungen. Die genau Übersicht dazu gibt es wie immer bei chess-results.com.


Hart umkämpfter Sieg gegen Glauchau

Team III weiterhin im Soll

Das Plus, erstmals in dieser Saison in kompletter Stammaufstellung antreten zu können, weckte natürlich eine hohe Erwartungshaltung. Dem gerecht zu werden, ist dann oftmals schwieriger, als in der Außenseiterrolle am Brett zu sitzen. Aus unzähligen, meist sehr engen Matches eine Klasse tiefer, wussten wir, gegen Glauchau wird es kein Selbstläufer.

So kam es dann auch. Michael Fuß und Marco Schaarschmidt remisierten, und als dann Huy sich seinen Saisoneinstand mit einem bösen Hinsteller „versaute“, wusste jeder, was die Uhr geschlagen hat. Zumindest in psychologischer Hinsicht wirkten die entstandenen Nachteile nicht zu lang, der Teamkapitän konnte schnell ausgleichen. An allen anderen Brettern tobte ein regelrechter Stellungskrieg, und Prognosen zum Ausgang des Spiels waren ziemlich schwierig. Illias Angriffsbemühungen wurden von seinem Gegner hart ausgekontert, und wieder lag Glauchau vorn. Aber zumindest Mario Tunger schien in einem Leichtfigurenendspiel einen kleinen Vorteil zu haben. Die Hoffnung, am Ende nicht ganz mit leeren Händen dazustehen, war immer noch intakt. Richard Melitzki musste seine Gewinnversuche irgendwann einstellen, alles andere wäre Harakiri gewesen. Also auch hier ein leistungsgerechtes Unentschieden. Jetzt schlug Maxims große Stunde. Dem interessanten Gemetzel am Damenflügel folgte ein ideenreiches Turmendspiel mit einem Mehrbauern. Das wickelte er dann ziemlich clever ab und belohnte sich mit seinem ersten vollen Punkt im Oberhaus. Inzwischen hatte auch Mario seinen kleinen Vorteil so weit ausgebaut, dass es sogar zum Matchpunkt reichte. Mit dem knappen, hart erkämpften 4½:3½-Sieg lässt es sich gut leben. Vier Mannschaftspunkte hatten wir in der vergangenen Saison nicht einmal nach 8 Spielen. Die kommenden Aufgaben können wir nun mit wesentlich weniger Druck angehen und vielleicht gelingen uns ja noch ein, zwei Überraschungen…


Bronzerang für den SK König

U12 für die Vorrunde der Sachsenmeisterschaft qualifiziert

Seit 2019 finden die Bezirksmannschaftsmeisterschaften der AK U12 in Plauen statt. Waren zur Erstausgabe vor vier Jahren noch 14 Mannschaften am Start, so haben sich diesmal ganze 8 Teams um die begehrten Plätze für die Sachsenmeisterschaft beworben. Ehemalige Hochburgen im Nachwuchsbereich, wie etwa Wilkau-Haßlau oder Niederwiesa, waren ebenso nicht vertreten, wie Vereine, die nur eine kurze Anreise hätten bewältigen müssen. Sei es drum, ein Rundenturnier hat auch seine Vorteile, der Kampf Jeder gegen Jeden sorgt zumindest für eine aussagekräftige Abschlusstabelle.

Am Ende gab es mit dem ESV Nickelhütte Aue einen souveränen Sieger. Wer sieben Spiele gewinnt, darf sich zu Recht Bezirksmeister nennen. Ähnlich ungefährdet landete die USG Chemnitz auf dem zweiten Platz. Für unseren Vierer blieb da „nur“ Bronze übrig, aber das auch ohne Wenn und Aber. Für mehr hätte einiges besser klappen müssen, und vor allem sollten dann auch schachlich gewonnene Partien wirklich in Punkte umgemünzt werden. Zwischenzeitlich sah es so zum Beispiel gegen Aue nach einem deutlichen Sieg aus, obwohl es am Ende 1:3 hieß. Auch darf man gegen vermeintlich schwächere Teams, wie die eigene III. Mannschaft, keine Punkte liegen lassen. Womit wir bei unseren beiden Perspektivteams wären. Die II. Mannschaft hätte im letzten Spiel nur einen Brettpunkt mehr holen müssen und wäre ebenfalls bei der Sachsen-MM-Vorrunde dabei gewesen. Team III, gespickt mit jeder Menge U10-Spielern, holte 4 Mannschaftspunkte und hat sich durchaus Respekt verschafft. Tristan Steppat gelang dabei sogar ein besonderer Coup, als er den 500 DWZ-Punkte besseren USG-Spieler mit einer Art Schäfermatt düpierte. Bei der Nennung der Brettbesten waren die Spieler und Spielerinnen des SK König auch recht gut vertreten: Frida Winkler (2. / Brett 1, 5 aus 7), Anni Winkler (2. / Brett 2, 5 aus 7), Luca Drechsler (3. / Brett 3, 5 aus 7) und den Titel bester Ersatzspieler teilten sich Julien-Mathieu Jung und Ben Grasse mit 5 aus 6. Die ausführlichen Ergebnisse gibt es im Portal 64: https://svs.portal64.de/ergebnisse/show/2023/2301/tabelle/


Team III – Ganz klar auf Kurs

Wie im Vorjahr hieß der Gegner zur 2. Runde SC Rote Rüben Leipzig mit der nicht ganz so positiven Erinnerung, gegen 7 Leipziger eine knappe Niederlage hinnehmen zu müssen. 3½:4½ lautete damals das Endergebnis. Zudem mussten wir auch im zweiten Match der Saison wieder auf unseren Punktegaranten Richard Melitzki verzichten. Dafür war Illia wieder mit an Bord, auf jeden Fall ein wichtiger Faktor, wenn es um den Klassenerhalt geht.

Es gestaltete sich ein ziemlich zähes Match, und es dauerte einige Zeit, bis die erste Resultate in den Spielberichtsbogen eingetragen werden konnten. Marco Schaarschmidt und Michael Fuß remisierten, nachdem sie ihren Gegnern mit grundsolider Partieführung den Zahn gezogen hatten. Am dritten Brett (Pivtorak – Borchert) war es dann schon ziemlich spektakulär. Zwar mit einer Qualität im Hintertreffen, nutzte Illia die unrochierte Königsstellung seines Gegners, um dort anzufangen, wo er in der Vorsaison aufgehört hat: Sieg für Illia! Wie man mit 1. d4 solche Stellungen auf’s Brett bekommt ist schon rätselhaft, vielleicht probiere ich demnächst auch mal am Anfang was anderes😁. Trotz der Tatsache, dass Maxim Melesteans mutiges Figurenopfer nicht den gewünschten Erfolg brachte, sorgte ein Blick auf die anderen Bretter für eine euphorische Stimmung. Nachdem Mario Tunger in einer regelrechten Verteidigungsschlacht alle Gewinnversuche des Gegners abwehren konnte, war es am Ende ein Leichtes, mit einer Mehrfigur einen vollen Zähler dem Mannschaftskonto beizusteuern. Daniel Helmrich musste sich trotz äußerst interessanter Spielführung ein Dauerschach gefallen lassen. Letztendlich duellierten sich Kyrillus Akladius und Jochen Bandt darum, wer den Matchpunkt einfahren durfte. In diesem Wettkampf triumphierte der Jüngere mit seinem ersten Sieg in dieser Spielklasse. Letztendlich konnte man im Spielbericht von einem soliden 5½:2½-Sieg lesen. Damit ist es uns erstmals seit dem Aufstieg in die 1. Landesklasse gelungen, die ominöse 50%-Hürde zu knacken, sowohl bei den Mannschafts- als auch bei den Brettpunkten – TOLL !!! Aber auch bei soviel Euphorie gilt jetzt schon unsere gesamte Aufmerksamkeit unserem nächsten Gegner: Glauchauer SC 1873. Das wird auf jeden Fall schon ein richtungsweisender Kampf …


Mit Schwung und Elan in die neue Saison gestartet

Ja, liebe Freunde, es ist wieder soweit: exakt seit Samstag 0.00 Uhr hat die Saison 2023/24 begonnen. Vielfältige Aufgaben und Ziele liegen vor uns, auch der erste Höhepunkt der neuen Spielzeit, die Czech-Open in Pardubice. Natürlich muss das entsprechend vorbereitet werden, und so reiste eine kleine, aber schlagkräftige Delegation unseres Vereins nach Krauschwitz, ein kleiner, beschaulicher Ort ziemlich genau in der Mitte zwischen Weißwasser und Bad Muskau gelegen. Spielstätte und für viele Teilnehmer auch die Unterkunft war der Gasthof Zur Linde. Wieso ein Verein aus Brandenburg, die Glaskönige aus Döbern, ein Turnier in Sachsen ausrichtet, werden wir beim nächsten Mal klären. Uns hat es nämlich ausgesprochen gut gefallen und der Termin im kommenden Jahr steht schon ganz fett angestrichen im Kalender. Auch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass im Vorfeld der Czech-Open sogar schon ein Training mit böhmischem Bier durchgeführt wurde.

Zu sehen gibt es natürlich auch etwas: Hier die Rakotzbrücke im Rhododendronpark von Kromlau. Aber da wären noch Fürst-Pückler-Park nebst Schloss, die Muskauer Waldeisenbahn, und für die ganz hartgesottenen gibt es gleich hinter der Neiße einen polnischen Markt

Zum Schachlichen: 59 Teilnehmer und nur 5 Runden sind natürlich ein kleines Lotteriespiel. Mit FM Karsten Schulz gab es einen klaren Favoriten, während wir uns auf den Setzlistenplätzen 6 (Jochen Bandt), 8 (Mario Tunger), 15 (Burkhard Atze, der sich dankenswerterweise auch für Fahrdienste zur Verfügung stellte) wiederfanden. Anni konnte, sehr zur Freude ihrer Mutti, gleich in der ersten Runde punkten, Frida legte in der zweiten und Theo in der dritten Runde noch einen drauf. Die anderen aktuellen  und ehemaligen Plauener spielten bis Runde 3 setzlistenkonform – fast. Burkhard knöpfte in Runde 2 dem einzigen 2100er ein sehenswertes Remis ab. Der Tabellenstand nach drei Runden war dann Mario sogar einen Screenshot wert: Platz 1, während ich mich mit Platz 3 zufrieden geben musste. Knüppeldick begann der Schlusstag für unser Sextett. Obwohl wir alle vorschriftsmäßig im Vereinsshirt am Brett saßen, hätten wir auch länger im Bett liegen bleiben können. Null Punkte die ernüchternde Bilanz und das, obwohl wir beide Spitzenbretter mit besetzen durften. Na gut, Mario hatte es mit dem FM (Karsten Schulz) zu tun und mein Gegner, ein junger Berliner, hatte auch ein paar DWZ-Punkte mehr auf der Habenseite. Knapp ging es trotzdem zu – jetzt musste die Schlussrunde alles entscheiden. Anni und Frida verdoppelten ihre Punktausbeute, Burkhard musste nach langem Kampf einem Unentschieden zustimmen. Mario verlor mit viel Risiko und fiel dadurch aus den Top 10. Für mich lief es dagegen etwas besser. Nachdem ich die schwierige Eröffnungsphase überstanden hatte, gelang mir noch ein vierter Punkt. Die Siegerehrung hielt dann eine Überraschung bereit. Sehr viel Beifall erhielt der Sieger Rainer Birk aus Cottbus. Er war nicht nur der älteste Teilnehmer, sondern eben auch der Beste. Platz 2 ging an Joachim Morczynski (mein Gegner aus Runde 4) und als Dritter durfte dann FM Karsten Schulz zur Preisverleihung nach vorn. Dankenswerter Weise hatte der Veranstalter nach Buchholz- und Sonneborn-Berger-Wertung keine weitere Feinwertung in der Ausschreibung festgelegt, sodass auch ich mich über einen Pokal und Preisgeld freuen durfte. Für allen jungen Teilnehmer gab es ebenfalls Medaillen und Geschenke.

Fazit: Ein sehr schönes, angenehmes und liebevoll organisiertes Turnier. Man kann die Veranstalter von Glaskönig Döbern nur loben. Unsere Kiddies haben viel gelernt und sind fit für Pardubice. Und außerdem sollten wir uns wirklich mal ernsthafte Gedanken machen, ob wir sowas nicht auch zu Wege bringen könnten…

Alle Resultate gibt es hier: 1. Lausitzer Schachtunier


U14 – Souveräner Vizemeister in Sachsen

Am vergangenen Wochenende fand in Sebnitz die Endrunde der Sächsischen Mannschaftsmeisterschaft U14m statt. Mit dabei unser Vierer, der genau aus den Spielern bestand (Maxim, Kyrillus, Nico und Pepe), die im Dezember bei der Deutschen Meisterschaft in Kelheim gespielt haben. Zwar brachten wir aus der Vorrunde eine knappe 1½:2½-Niederlage gegen USV TU Dresden mit in die Sächsische Schweiz, waren aber trotzdem frohen Mutes, das bereits in Kelheim formulierte Ziel, die erneute Qualifikation zur DVM, schaffen zu können. Entsprechend motiviert ging es an die Bretter.  Dem ungefährdeten Auftaktsieg gegen Blau-Weiß Allianz Leipzig  folgte ein noch deutlicheres 3½:½ im Vergleich mit der SG BW Altenhain. Die Qualität der Partien war auf jeden Fall besser, wie der abendliche Champions-League-Kick zwischen Manchester und Mailand. Besonderen Spaß hat dabei die coole Abwicklung eines Turmendspiels von Kyrillus gemacht. Das erste Sonntagsmatch sorgte dann schon für die Entscheidung. Unser einziger ernstzunehmender Verfolger, SV Dresden-Striesen, hatte beim deutlichen 3½:½-Sieg nicht die Spur einer Chance. Platz 2 war uns nun nicht mehr zu nehmen. Auf einen Ausrutscher des USV TU Dresden zu hoffen, war eine vergebliche Angelegenheit.  Im letzten Spiel gegen Leipzig-Lindenau lag die Konzentration nicht mehr ganz bei 100 Prozent. Zu einem glücklichen 2½:1½ hat es aber trotzdem gereicht. Zur erneuten DVM-Qualifikation haben Maxim und Nico jeweils 4 Punkte beigesteuert, Kyrillus und Pepe konnten beide 3 Zähler erreichen. Alle Einzelheiten zum Turnier gibt es wie immer auf dem Portal64: SMM U14

Und nun noch eine Anmerkung in eigener Sache: Zuerst einmal herzlichen Dank an Familie da Costa Silva für die Fahrdienste zum und vom Wettkampf. Das hat uns unheimlich geholfen. Und dann, liebe Eltern, es hat riesigen Spaß gemacht mit Euren wohlerzogenen, lieben und schachbegabten Kindern bei diesem Wettkampf dabei gewesen zu sein. Natürlich werde ich alles daran setzen, auch bei der Deutschen Meisterschaft (26.-30.12.) in Magdeburg mit dabei zu sein.


III. Mannschaft – Klassenerhalt perfekt!

Zwickauer SC – SK König Plauen III hieß das Duell um Platz 8 am letzten Spieltag. Für beide Teams bestand auch noch die Option, ab September eine Liga tiefer antreten zu dürfen. Auf Gefälligkeitsergebnisse anderer Teams zu hoffen, kam für uns nicht wirklich in Frage. Zu oft gab es im bisherigen Saisonverlauf schon abnormale Resultate. Um sicher drin zu bleiben und nicht mit einem unguten Gefühl nach Hause zu fahren, musste also ein Sieg her. Nur gut, dass es den Zwickauern ähnlich ging.
Den Dosenöffner, um die Büchse der Pandora aufzubrechen, lieferte Michael Fuß. Grundsolide aus der Eröffnung kommend nutzte er die erste Möglichkeit, die Partie auf taktischen Weg zu entscheiden. Ein Blick auf die anderen Bretter ließ mich dann den forcierten Remishafen suchen. Die einfache Gewinnvariante übersah ich großzügig, hätte aber kurz vor dem Ende auch in einer schlechteren Stellung landen können. Debütant Manuel Friedel sorgte dann für einen kleinen Hoffnungsschimmer auf Seiten der Zwickauer, aber das machte schon fast nichts mehr. In kurzer Folge gewannen Richard Melitzki, Mario Tunger und Illia Pivtorak ihre Partien. Besonders für Illia haben wir uns riesig gefreut, dass sein unermütlicher Kampfgeist endlich belohnt wurde, und die Partie war von Anfang bis Ende richtig gut! Mit 4½ Zählern waren wir jetzt schon über dem Strich – Platz 8 im Kasten. Marco Schaarschmidt und Maxim Melestean steuerten dann auch noch einen Sieg und ein Remis bei, so dass ein deutliches 6:2 zu Buche stand.
Saisonfazit: Mit dem positiven Saisonabschluss und dem Klassenerhalt können wir sehr zufrieden sein. Auch die erreichten 34½ Brettpunkte (47,9%) sind ein Statement, und auch die kommende Saison werden wir mit Optimismus angehen. Unser DWZ-Defizit ist dann nicht mehr ganz so groß und außerdem wissen wir dann ja, mit wem wir es zu tun haben. Vielleicht bleiben uns auch ein paar knappe 3½:4½-Niederlagen erspart (wenn wir die alle gewonnen hätten …). Verabschieden müssen wir uns leider von Nico Hörkner, der in den letzten beiden Jahren eine wichtige Stütze der Mannschaft war. Mit Maxim Melestean steht aber durchaus schon punktehungriger Ersatz bereit. Bei seinen 3 Einsätzen kam er ohne Niederlage auf 2 Punkte und wird sich sicherlich auch an einem Stammbrett durchsetzen.


Auswärtsfahrt in eine andere Zeit …

Mit der Drohung, nach dem Spieltag den wohl einzigen Abstiegsplatz einzunehmen, ging es zum schweren Auswärtsspiel gegen die TSG Taucha 1861. Der Druck auf unser Team war immens, denn inzwischen haben wir es aufgegeben, von Unterstützung seitens der II. Mannschaft auch nur zu träumen. Freundlich begrüßt wurden wir von Manfred Schöneberg, der neben unzähligen Mannschaftsmeistertiteln mit der SG Leipzig 1972 sich den Einzelmeistertitel der DDR sichern konnte. Nebenbei war er auch zweifacher DDR-Blitzschachmeister (1969 und 1972) und Mitglied der DDR-Mannschaft, die 1970 in Österreich bei der Mannschafts-EM sensationell Bronze holte. Bei der Junioren-WM (U20) 1965 belegte er punktgleich mit GM Dr. Robert Hübner Rang 5.
Auch andere Tauchaer Spieler wie Friedbert Prüfer, Günther Heinsohn und FM Heinz Böhlig verfügen zusammen sicherlich über die Erfahrung von mehr als 1000 Sonderliga-Partien (für die jüngeren Leser: Sonderliga hieß in der DDR die 1. Bundesliga). Leichter erschien die Aufgabe auch nicht, wenn man sich den DWZ-Schnitt beider Teams betrachtet – 1956:1829. Am 1. Brett betrug der Unterschied 374 Punkte und Richard hatte „nur“ 316 DWZ-Punkte weniger als sein Gegner. Die Voraussetzung, um Zählbares zu erringen, können eigentlich nicht schlechter sein, nur in puncto Durchschnittsalter war der Vorteil auf unserer Seite.
Trotzdem entwickelte sich ein spannender Kampf und auf einmal stand es 1:0 für uns. Michael Fuß hatte mit sehenswertem Figurenspiel trotz Damentausch dem Gegner nicht den Hauch einer Chance gelassen. Dann schaffte Marco Schaarschmidt die Sensation und konnte dank einer grundsoliden Eröffnungsbehandlung über ein Remis gegen Manfred Schöneberg (mit Autogramm auf dem Partieformular) freuen. Den nächsten halben Zähler steuerte Huy dem Mannschaftskonto bei, bevor ich selbst noch einen ganzen Zähler drauflegte. Mein prominenter Gegner, FM Heinz Böhlig, verpasste es zu rochieren und das ging natürlich schief. Allerdings muss man auch anerkennen und Respekt zollen, dass 79 Lebensjahre schon ein gesegnetes Alter im Wettkampfschach sind.
Bei einem Zwischenstand von 3:1 darf man dann auch ein bisschen träumen und nachdem Nico Hörkner am 2. Brett verloren hatte, wird es auch schon wieder anstrengend, die Stellungen anzuschauen. Mit Glück und Geschick rettete sich Richard Melitzki (bisher 3½ aus 5) in den Remishafen. Als es dann am Spitzenbrett äußerst kritisch wurde, sicherte Mario Tunger mit seinem Unentschieden auch das der Mannschaft. Illia Pivtorak hielt lange Zeit ausgezeichnet mit und musste erst zum Schluss die Überlegenheit seines Gegners Friedbert Prüfer anerkennen. Neben dem wichtigen Mannschaftszähler haben wir auch in Taucha die Erkenntnis bestätigen können, dass der Klassenerhalt machbar ist. Allerdings werden wir dafür Vollgas bis zum letzten Zug der Saison geben müssen …