Schach und Wiesn: Das Münchner OIS

Es ist mal wieder Oktoberfest. Wie jedes Jahr fallen die Isarpreißn in ihren Heidi- und Ziegenpeterkostümen zu hunderttausenden in die bayrische Landeshauptstadt ein und stehen zusammen mit Italienern, Engländern und Russen in den Schlangen vor den überfüllten Bierzelten. Wem die Dosis dann zuviel wird, kann sich beim Offenen Internationalen Schachturnier auf kalten Entzug setzen. Diesen Mittelweg versuchen gerade die Hörr-Brüder, die für diese neue Erfahrung sogar das traditionelle Chemnitzer Turm-Open haben sausen lassen.

Die Auftaktdoppelrunde lief so schlecht nicht, bis auf die Tatsache, dass es fast selbstverständlich zweimal über die volle Distanz ging. Matthias hatte einen für ihn untypischen Gartenzaun gebaut und musste in der Zeitnotphase einen zwar windigen, letztlich aber erfolgreichen Durchbruch erzwingen. Abends wurde er dann selbst Opfer einer sehenswerten Dauerschachkombination. Christian stand in beiden Partien gegen 2140er Gegnerschaft immer leicht schlechter, nach diversen Endspieldesastern in Pardubice scheint aber langsam ein Erkenntnisprozess einzusetzen. Gezielte Abwicklungen in remislastige Turmendspiele mit Minusbauern wurden schließlich tatsächlich mit halben Punkten belohnt.

Das Turnier läuft noch die gesamte zweite Wiesn-Woche und die Kunst wird sein, abends nach der dritten Mass noch den Weg ins Spiellokal zu finden. Oans, zwoa, gsuffa!


68.Plauener Meisterschaft

Mit 28 Starter konnten wir die Teilnehmerzahl nicht steigern, aber in der Spitze war es stark besetzt, denn vier Spieler hatten deutlich über 2000 bzw. 2100 DWZ. Den 1.Platz belegte klar Edwin Fischer-2187/SKK mit 6,5 Pkt. ! Dahinter gab es fünf Spieler mit jeweils 5 Punkten. Die Wertung musste nun über die Platzverteilung entscheiden: 2.Pl. Michael Fuß-2162/SKK, 3.Pl. Jürgen Heinz-2202/NH Aue, 4.Pl. Andreas Götz-2057/SKK, 5.Pl. Vaceslav Ananjev-1809/VSC.
Bester Jugendspieler war mit 4,5 Pkt. Toni Merkel, aber auch Erik Fischer, Binh Karl und Huy (alle 4.Pkt.) rüttelten kräftig an der Spitze. Stärkster Schüler war Niklas Linnert, welcher Jürgen Heinz bezwingen konnte und so auf die DWZ Auswertung gespannt sein darf.


Team I mit Anlaufschwierigkeiten

gegen die fast in bester Besetzung angetretenen  Gastgeber, waren wir sicher nicht favorisiert. Dass es am Ende nur zu 2 Brettpunkten reichte, überraschte dennoch, zumal es hätte noch dicker kommen können.

Debütant Erik Fischer geriet nach unglücklicher Eröffnungswahl leider frühzeitig unter Druck. In einer Stellung, „die sein Gegner vielleicht schon 1853 mal auf dem Brett hatte“ (Kura), hatte er praktisch keine Chance und müsste frühzeitig die Segel streichen.  Nach 9-monatiger Wettkampfpause steuerte Lutz Espig mit solider Partieanlage und noch soliderer Zeiteinteilung einen ungefährdeten halben Zähler bei. Michael Kuraszkiewicz hatte einen schweren Stand. In bereits schwieriger Stellung unterlief ihm ein kleiner taktischer Überseher, mit fatalen Folgen. Danach musste Roland eine etwas überraschende Niederlage gegen seinen jungen Kontrahenten quittieren. Er hatte zwar im Mittelspiel die richtige Idee, ging aber dabei zu aggressiv  zu Werke. Einen etwas peinlichen Sieg durfte ich dann verzeichnen. In der Eröffnung völlig überspielt, kämpfte ich praktisch die ganze Zeit ums überleben. Nach einigen Ungenauigkeiten meines Gegner dachte er mit einer taktisch forcierten Abwicklung eine Figur zu gewinnen, hatte aber seine schwache Grundreihe dabei kurzzeitig vergessen. Angespornt vom unverhofften Mannschaftsglück überzog Matthias Hörr ein totes Turmendspiel. Anders durfte es Jürgen Heinz machen. Den Mannschaftssieg vor Augen, musste er nicht das Allerletzte versuchen – ein schöner Erfolg von Christof Beyer. Sehr Schade war die Niederlage von Sven Schaller. Zwischenzeitlich konnte man sich immer Hoffnung auf einen ganzen Punkt machen. Sein Gegner zeigte jedoch, dass er an jenem Tage immer genügend Ressourcen hatte.

 

Nickelhütte Aue II  ELO 6 : 2 SK KÖNIG PLAUEN  ELO
1.  FM Verveny, Martin  2395 1:0 FM Schaller, Sven  2305
2.  IM Wichmann, Cliff  2351 1:0 FM Kuraszkiewicz, Michael  2322
3.  FM Rosko, Lubos  2360 ½:½ GM Espig, Lutz  2293
4.  Peil, Christoph  2069 1:0 FM Pfretzschner, Roland  2255
5.  Jurasek, Miroslav  2266 1:0 Hörr, Matthias  2159
6.  Schnabel, Ralf  2205 0:1 Paul, Mathias  2207
7.  Heinz, Jürgen  2243 ½:½ Beyer, Christof  1940
8.  Flöter, Frank  2153 1:0 Fischer, Erik  1914

 

 


III./ IV./ V./ VI. Team

Erstmals war der Speisesaal der Karl-Marx Schule randvoll, denn drei unserer Teams kämpften dort um Punkte. Das die Saison für uns schwer werden würde war klar und unter diesen Aspekt sind die Ergebnisse zu betrachten. Gegen Crimmitschau verlor die III. 3,5:4,5 und hier ragte der Sieg von Huy am 1.Brett gegen C.Jahn heraus. Jochen konnte ebenfalls voll punkten. Die V. erreichte immerhin gegen den Favoriten, den Zwickauer SC, ein respektables 4:4. Hier siegten, D.Suhr, T.Nicklaus, Ng. Lukas u. E.Pekrul. Unsere VI. legte bei ihren Debütkampf gegen den VSC II. ebenfalls ein 4:4 aufs Parkett.  Nur T. Fritsche konnte gewinnen. Mit gemischten Gefühlen startete die IV. in Richtung Cranzahl, hatte man doch im Vorjahr gegen sieben Erzgebirgler in Plauen verloren! Diesmal sollte es besser werden, nur wie ? Mit nur sechs antretenden Spieler konnte Cranzahl sein Defizit vom vorigen Jahr toppen (vielleicht nächstes Jahr mit nur 5 Spielern) und kam entsprechend verdient unter die Räder der IV. ! Am Spitzenbrett gewann Nils Süß gegen einen nominell deutlich besseren Gegner. Lothar Wagner konnte zügig gewinnen, auch unser U 14 Spieler Lucas Graf nutzte seine Chance zum Sieg und so konnte Christian Böttger den sicheren Remishafen ansteuern.
So, nun geht es auf zur nächsten Runde, am 12.Oktober !


Zweite auf 1. Platz

Mit einem Heimsieg gegen VfB Schach Leipzig 1 legt unsere Zweite einen erfolgreichen Auftakt in der Sachsenliga hin. Kurz vor 15 Uhr lautete der Endstand 5:3 für die Plauener, die sich somit auf den 1. Tabellenplatz katapultieren (geteilt mit dem Schachclub 90 Niesky 1 und SV Eiche Reichenbrand 1, beide ebenfalls mit 5 Brettpunkten)!

Besonders erfreulich: Michael (Fuß) feierte nach mehr als einem Jahrzehnt sein Comeback mit einem schönen Weiß-Sieg. Mit kraftvoll-konzertiertem Figurenspiel im Zentrum und einem Raumvorteil legte er die Basis für die frühe Führung der Schachkönige.

Eine tolle Leistung zeigte auch Edwin an Brett 2, der vor Kurzem in Fürth beim Pyramiden-Cup bereits einen respektablen 6. Platz erreichte (Performance: 2416!) und mit dem heutigen Sieg seinen „Lauf“ aus der 1. Landesklasse (5,5 aus 6) fortsetzt.

Lion hielt im Königsindischen als Schwarzer gegen, hatte zeitweilig einen Minusbauer, konnte jedoch später seinen Leipziger Kontrahenten mithilfe einiger taktischer Verwicklungen über die Zeit heben. Tobias verteidigte tapfer seine Königsstellung und konnte sich über einen glücklichen Sieg freuen. Andreas, der bis zum Schluss kämpfte, und Frank steuerten jeweils ein Remis zum Mannschaftssieg bei.

Hier gibt’s alle Ergebnisse im Überblick.


1. U 13 Cup in Plauen

Traditionell beginnt der U 13 Cup beim VSC in der Hofwiesenstraße und wie immer agierte der Turnierleiter Stefan Merkel mit großer Umsicht.
Insgesamt kamen zum Auftakt 39 Kinder aus der Region. Zeulenroda stellte mit 10 Kinder das größte Kontingent, gefolgt vom SKK = 7 u. Wilkau/Haßlau 6 Kinder. Die Gruppensieger lautet: M. Schmidt/VSC, A. Bandt/SKK, P.Ben/Wilkau, L. Ertl/SKK , E. Leka/SKK, T.Zehmisch/Zeulenroda, L. Merlin/Wilkau , D.Hupfer/SC Reichenb., R. Atze/Markn., S. Pohle/Wilkau und in der stärksten Gruppe konnte sich Sp. Galstyan/SK Hof durchsetzen.
Der 2.U 13 Cup findet am 18.10. im Adorfer Schützenhaus statt.


U 20 SL-Auftakt

Zum Start erreichten wir gegen GW Dresden ein umkämpftes 3:3 Unentschieden. Binh legte mit einem Sieg vor, Huy, Erik, Tim und Daniel
steuerten den sicheren Remishafen an. Toni ging am 1.Brett über die volle Distanz und kam noch unter die Räder. So belegen wir momentan einen Mittelplatz, den es im nächsten Spiel in Hoyerswerda (12.10.) zu verbessern gilt.


Edwin Fischer glänzt in Fürth

Mit einer fulminanten Performance von 2416 hat Edwin Fischer beim Pyramiden-Cup in Fürth den 6. Platz erreicht. Unser Neuzugang, der in der vergangenen Saison mit 5,5 aus 6 schon entscheidenden Anteil am Aufstieg der II. Mannschaft in die Sachsenliga hatte, musste sich nur in der letzten Runde dem Inder Jha Sriram (2412) geschlagen geben. Auf dem Weg dorthin hielt er auch den Großmeistern Leonid Milov und Lev Gutman stand und erzielte gegen den Italiener Felix Stips (2315) sogar einen Sieg. Jetzt gilt es, diese Frühform für den anstehenden Punktspielauftakt zu konservieren. Bravo!


Daniel Helmrich Zweiter in Geithain

Es gibt nicht viele Gründe, die einen nach Geithain locken können. Das Nest in der sächsischen Provinz liegt immerhin an der Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz, ist ansonsten aber mit enormen demografischen und infrastrukturellen Herausforderungen konfrontiert. Einmal im Jahr findet dort aber immerhin ein rühriges Schachturnier statt, das auch immer wieder von den Plauener Amateuren für eine Standortbestimmung kurz vor Saisonbeginn genutzt wird. Schon oft konnten wir im A- oder B-Turnier Podestplätze erzielen und dieses Jahr wurde diese Tradition von Daniel Helmrich fortgesetzt. Nach einem Remis zum Auftakt gelangen ihm vier Siege in Folge, wonach er den Turniersieg nur nach Zweitwertung verpasste. Ganze 98 DWZ-Punkte schwerer ging es zurück ins Vogtland.

Letzte Runde an Tisch 1: Dr. Rainer Fischbach – Daniel Helmrich 0:1.

Leider konnten Simon und André Burian wie auch Erik Fischer nicht ganz an die tollen Leistungen von Pardubice anknüpfen. Dafür setzte aber Elmer Pekrul mit 3 aus 5 (Performance 2002) im A-Turnier ein Achtungszeichen.


Impressionen aus Pardubice

Spannende Partien, große Erfolge unseres Nachwuchses und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm – die „Schachferien“ in Pardubice waren für Jung und Alt wieder ein tolles Erlebnis, wie auch die vielen schönen Bilder zeigen.

Ein großes Dankeschön gilt den Familien Bandt, Burian, Ertl, Hörkner, Müller und Nicklaus, die für den Schachnachwuchs vor Ort unter anderem zahlreiche Ausflüge organisiert haben. So ging es zu Badeseen oder auch ins berühmte Silberbergwerk sowie ins gruselige Beinhaus von Kutná Hora.

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle auch an André Burian für seine tollen Fotos!